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Um dieses noch mehr zu bestätigen und zugleich zu be<
weisen, daß es noch ungemein viele nnentdeckte Erzlagerstätten
in der Natur gebe, darf man nur die bei den aufgestellten
Nergämter» über eingelangte Schürfungs«, Muthungs- und
lehensgesuche ein »führten Protokolle durchsehen, wo mau finden
wild, daß dort ungemein viele Schürfe! ober Muther eiugeschrie«
ben vorkommen, die später nicht als kchenswerber über den
nähmlichen Gegenstand erscheinen, — Da es natürlich ist, daß
sowohl der Schürfer, als ganz gewiß der Muther, jederzeit ge»
wisse Anzeige!, (Erzfindlinac) von der Gegenwart eines srzaus-
disses zuvor gefunden baben werde, ehe er dießfalls Manipula»
tionen oder berggcrichtliche Einschreitungcn beginnt, so müssen
die meisten solcher unbelehnter Schürfungen oder Muthungen, bis
ans wenige Ausnahmen, als so viele vorhandene, aber uuentdeckte
Crzausbisse betrachtet werden. Außerdem gibt es auch noch viele
verdeckte Erzanbrüche, wovon die Bergämter noch keine ämtliche
Kunde erhalten haben. Wenn ich nun noch meine dießfälligen
mehrfachen Bemerkungen hinzurechne, daß alle meine vielen
entdeckten Erjausbisse, worunter ich einige in sehr bekannten
Bergbaureviere» aufschürfte, früher noch nie mit Schürf« «der
Muthschcmen belegt waren, so glaube ich, daß die Anzahl der»
jenigen noch unentdeckten Erzausbisse, wovon noch bei keinem
Berggerichte eine Erwähnung geschah, bei weitem die größte
seyn müsse.
Ich habe nun gezeigt, daß auch in sehr bewohnten und so«
gar bergmännischen Gegenden noch sehr viele verborgene Erz«
anbrüche vorhanden sind; »in wie viel mehr hat man hieoon
nicht dort zu erwarten, wo wenige Menschen wohnen, «der wo
wegen tiefer Dammerde und allerlei Gewachsen die Oberfläche
der Erde auf weite Strecken dergestalt bedeckt ist, daß selten ein
Steinchen sichtlich ist, darum noch viel seltener Erzfindlinge als
die Wahrzeichen von Erzausbissen nnd die ersten veranlassenden
Ursachen zur Entstehung aller Bergbaue sichtlich vorkommen kön-^
nen, weil überhaupt völlig außer alle» Verhältnissen weniger
Erzstufen als Steine in der Natur aufgefunden werden. In sol-
chen verwachsenen Gegenden ist es leicht möglich, daß mächtige
Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Titel
- Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
- Untertitel
- Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Autor
- Professor Tunner
- Verlag
- Andreas Leykam'schen Erben
- Ort
- Vordernberg
- Datum
- 1841
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 18.75 x 29.69 cm
- Seiten
- 280
- Schlagwörter
- Bergbau, Bergwerk
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Universitäten und Institutionen Institutionen