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zeln mit abgcstumhftett Kanten und Ecken. Der Streifen nlmmt
in seiner Breite, wiewohl nur unbedeutend, zu.
Die Richtung des Streifens kann man sich am besten ver-
sinnlichen, wenn man am Ausbisse sich hinstellt, von dort aus
abwärts alle Bäume, Gesträuche oder andern Hindernisse derge-
stalt hinweggeräumt denkt, daß eine oben ausgelassene Kugel beim
Hinabrollen sonst nirgends als an der glatten Erde anstoßen könnte.
Genau nach dieser uorgestellteu Linie des Hüiabrollens der Kugel
wird auch der Streifen von den zerstreuten Erzstufen sich halten.
Aus diesem geht auch hervor, daß die Richtung des Erzstrcifens
nickt immer eine aerade Linie bilden müsse.
Wie weit sich manche Erzstufen »on ihrem Ausbisse entfer-
nen »lögen, ist wohl nicht leicht zu bestimmen. Die größte Ent-
fernung, welche ich erfahren, ist 29N—300 Klafter, Doch wird ge.
wiß auch diese Entfernung nicht das Manmum seyn, wenn der
Abfall des Berges v»m Ausbisse an noch langer und ziemlich
steil ist. Wenn von dem Ausbisse abwärts in keiner gar zu großen
Entfernung eine Ebene oder gar ein Hügel vorliegt, so geschieht
es, daß die abwärts sitzende» oder rollenden Stufen sich dort an»
hänfen, und oft die Schürfer dadurch dergestalt getäuscht haben,
daß sie nur nach langwierigen und oft kostspieligen mißlungenen
Untersuchungen an Ort und Stelle, wo diese Stufenanhäufung
Übertags war, die Arbeiten endlich einstellten.
Ich weiß einen solchen Fall, wo ein übrigens geschickter
Bergmann drei Stollen in verschiedenen Richtungen, durch eine
solche Erzanhäufung veranlaßt, umsonst hat eintreiben lassen. In
mehreren Jahren später habe ich den Ausbiß ungefähr 150 Klftr.
höher oben aufgeschürft und ein widersinniges Verflachen bei
weiterer Verfolgung gefunden.
Man denke sich nun, wie weit lie untern Stollen hätten ein-
getrieben werden müssen, um das Erzlager damit zu erreichen.
Diese nun beschriebenen, oft sehr langen Erzstreifen, welche
sich unter dem Rasen fortziehen, haben wahrscheinlich schon in
älteren Zeiten die Idee von den sogenannten Wasenlonfern her-
Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Titel
- Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
- Untertitel
- Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Autor
- Professor Tunner
- Verlag
- Andreas Leykam'schen Erben
- Ort
- Vordernberg
- Datum
- 1841
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 18.75 x 29.69 cm
- Seiten
- 280
- Schlagwörter
- Bergbau, Bergwerk
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Universitäten und Institutionen Institutionen