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ein Mahl, daß Schürfungen auf Erzgeschiede keine Ausbeute »er«
sprechen, darum zu unterlassen, letztere jedoch, und zwar darum
wichtig sind, weil sie die Beweise liefern, daß im Hintergründe
der Thaler Erzlagerstätten auibeißen, und dadurch Veranlassung
werden, dort jene Nachforschungen durch Befragen der Mensche»
u, s, w., was im Eingange beschrieben wurde, eifriger, als es
sonst geschehen dürfte, eintreten zu lassen.
Zu Schürfungen werden am besten zwei der bravsten und
geschicktesten Bergarbeiter genommen. Denn sie müssen mit Ge«
wiffenhaftigkeit, Eifer und Genauigkeit ihre erhaltene Weisung
befolgen, welches besonders dann um so nothwendiger ist, wenn
der Schurfdirector nicht immer zugegen seyn kann. Vorzüglich sol«
len sie darauf bedacht seyn, sich eine richtige geschwinde Kennt-
niß der Erze zu verschaffen. Nicht genug, daß sie große und ge-
reinigte Stufen zu erkennen im Stande sind, auch kleine Stufen,
oft nicht größer als eine Linse, noch dazu von außen mit Schmutz
oder Erde überzogen, müssen für die Arbeiter erkennbar seyn,
weil das Schicksal eines ganzen Schulfes, oder wenigstens die
Vrsparung bedeutender Kosten und Zeit, oft von der Erkennung
einer einzigen Stufe, sie mag nun groß oder klein seyn, abhan»
gen kann.
Die kleine Stufe ist so gut als eine große als Wahrzeichen
zu betrachten, und daher in Ermanglung großer nicht außer Acht
zu lassen. Man trifft unter den gemeinen Bergarbeitern vielleicht
keinen an, der unter verschiedenartigen Verhältnissen, wie sie bei
Schürfungen nicht selten eintreffen, Erze vom täuben Gestein ge<
nau zu unterscheiden weiß.
Dieser Mangel »n richtiger Unterscheidungskenntniß ist leider
nur zu häufig auch noch unter Vorgesetzten des Bergwesens an«
zutreffen, TanbeH Gestein wird oft für Erz gehalten, und wirkliches
Erz vassilt ihren Augen, ohne bemerkt und erkannt zu werden, vor-
über. Auch ist dieß kein seltener Fall, daß große Kosten auf Er-
bauung von gemeinen Steinen sind verschwendet worden, bloß
aus Unkunde, «eil selbe lange Zeit für Erze galten.
Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Titel
- Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
- Untertitel
- Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Autor
- Professor Tunner
- Verlag
- Andreas Leykam'schen Erben
- Ort
- Vordernberg
- Datum
- 1841
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 18.75 x 29.69 cm
- Seiten
- 280
- Schlagwörter
- Bergbau, Bergwerk
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Universitäten und Institutionen Institutionen