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lungen bei der Hofkammer vorfinden, — Zwar erscheint die An-
zahl der 1490 ertränkten Mann, welche den damahligen Zeitvcr-
Hältnissen gemäß allerdings giißten Theils lierheirathet gewesen
seyn konnten, ein wenig übertrieben, indessen stimmen doch alle
alten Nachrichten darin überein, daß dieses Bergwerk für's Erste
vor Zeiten sehr reich gewesen sey, und für's Zweite durch Er-
tränkung, also nicht durch das Ausgehen der Erze, oder durch
den Einfluß der Entdeckung von Amerika, zum Erliegen ge«
bracht wurde.^
Bei de» alten Ruf dieses Bergwerkes wirkte der vor zwei
Jahren entdeckte neue Anbruch silberhaltigen Vleiglanzes auch so
mächtig auf das Publikum, daß zwei Mäuner von der Ferne nach
Zciring kamen, und daselbst auf eine ganz zweckwidrige Weise
zu schürfen begannen, aber bald wieder mit Hinterlassung uon
Schulden ihre Arbeit verliessen.
Im Juni d. I, führte mich die Nildungsreise mit meinen
Zöglingen über Zeirlng, uud ich will nun im Nachfolgenden ei-
nige Noiizen von Dein geben, was für mich bei einer einzigen
Vefahrung bemerkenswerth war.
Das Gebirg, in dem der alte Bergbau von Zeiring befind-
lich ist, gehört den obern Gliedern der Urschicfer-Formation an,
die daselbst mächtige Kalklager enthält, in denen die Erze vor-
zugsweise eingebrochen sind; die erzführenden Kalklager erschei-
nen aber häufig selbst wieder so mit Schieferblättern durchzogen,
daß man oft nicht schnell weiß, soll man ein Handstück davon
für Schiefer «der Kalk erklären. Die bekannten Lagelstätten sehen
in geringer Höhe ob der Thalsohle am Gebirgsabhang des lin-
ken Nachufcrs in unmittelbarer und naher Gegend u»m Markte
Dberzeiriug mit sehr steilem, vorwaltend östlichen bis völlig fai-
gern Einfallen auf; sse haben ein verschiedenes Streichen, doch
nach den offenen Verhauen zu urtheilen vorherrschend Ii. 22 bis
24, und setzen in ihrer Erstreckung durch das sich östlich ziehende
Thal, so zwar, daß die alten Haupibaue vorzugsweise unter der
Thalsohle des Marktfleckens sich befinde» sollen; am jenseitigen
Oebirgsalchange ist jedoch »ichis bekannt, obgleich derselbe aus
Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Titel
- Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
- Untertitel
- Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Autor
- Professor Tunner
- Verlag
- Andreas Leykam'schen Erben
- Ort
- Vordernberg
- Datum
- 1841
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 18.75 x 29.69 cm
- Seiten
- 280
- Schlagwörter
- Bergbau, Bergwerk
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Universitäten und Institutionen Institutionen