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Schaarungskreuzen der verschiedenen Gänge, wie dieses au einer
Stelle besonder« anschaulich dargestellt ist. Als Rege! für da«
Vorkommen der edlen Erze erweist sich, nach den alten Verhauen
und Hoffnungsschlägen zu urtheilen, mit wenigen Ausnahmen,
daß dieselben mehr am Liegenden, al« am Hangenden der ganzen
oft mehrere Lachter betragenden Gangmächtiakeit eingebrochen sind.
Daß die Hauptbaue der Alten in beträchtlicher Teufe unter
der Thalsohle vom Markte Zeiring befindlich waren, unterliegt
keinem Zweifel, nachdem die Gänge in geringer Höhe ob der
Thalsohle aufsitzen, völlig saiger einfallen, das Revier an der
Oberfläche nicht sehr ausgedehnt ist, und, nach den norfindlichen
Schlackeumengen zu urtheilen, die alten Baue dennoch sehr aus?
gedehnt seyn mußten. Gegenwärtig gelangt man in den offenen
Bauen zwar noch in beträchtliche Teufe unter die Thalsohle mit
der Bachstätte, aber man trifft nirgend« auf stehendes Wasser;
in dem Keller des Gostwirthes bei der alten kleinen Kirche »o»
Zeiring soll aber eine jetzt vermauerte Schachtmündung sey»,
durch welche man angeblich znm stehenden Wasser niedersteigen
konnte, das in nicht sehr großer Entfernung von der Schacht»
Mündung zu treffen war. Man erzählte mir auch, daß vor meh<
reren Jahren durch diele in den Keller mündende Tagöffnung
plötzlich ein solcher Gestank emporgestiegen sey, daß man sich da»
durch zur Vermauermig derselben genöthigt sah, und meynte, daß
dieser Gestank von einem plötzlichen Sinken de« unterirdischen
Wasser« und der dadurch erfolgten Trockenlegung der noch aus
jener traurigen Catastrophe im Wasser aufbewahrten Leichen her»
rührte. Wenn es mit dem plötzlichen Emporkommen eines Ge»
stankes, in welchem die Einbildung sehr erklärlich einen Leichen»
geruch fand, seine Richtigkeit hat, so würde dieses allerding« auf
ein Statt gehabtes Sinken des Wassers hindeuten, und bei den
vielen Klüften und Höhlungen des Kalksteine«, verbunden mit
der tiefern Lage de« jenseits gelegenen Murthale«, ist ein solches
Ereigniß wenigsten« im Bereiche der Möglichkeit; aber wunder-
lich kommt es mir vor, daß sich in einem solchen Falle, und in
«er Nähe «on Bergleuten, nicht schon längst Jemand gefunden
Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Titel
- Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
- Untertitel
- Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Autor
- Professor Tunner
- Verlag
- Andreas Leykam'schen Erben
- Ort
- Vordernberg
- Datum
- 1841
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 18.75 x 29.69 cm
- Seiten
- 280
- Schlagwörter
- Bergbau, Bergwerk
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Universitäten und Institutionen Institutionen