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lung von den mehrsten in der Tieft gelegenen Anbrüchen ist
eine sehr kostspielige, d» die Erze durch die verkrüppelten alten
Laue oft auf beträchtliche Erstreckungen i» fthliger und sa!gerei
Richtung getragen werden müssen, bis sie auf den Stollenlauf,
oder nuch nur bis zu einem thonlagigen Haspel, gelangen. Es ist
zwar nicht in Abrede z» stellen, daß an einigen Orten diese« Re-
uiers mit Vortheil erleichterte Förderwcge einzurichten waren;
indessen eine wesentliche allgemeine Erleichterung, wie z. B. durch
einen tiefern Cüibau, oder einen Hauptfördcruugsschacht, liesse
sich hier mit ökonomischen Vortheilen kaum herstellen, weil die
einzelnen Anbrüche zu unbedeutend und zu weit von einander
entfernt sind. Hierdurch wird es erklärlich, daß von den Ge-
stehungskosten der Erze die größere Hälfte auf Förderungskosten
zu nehmen ist.
Viel schwieriger als die Wahl des Abbaues ist die Bestim-
mung der Angriffspuncte für den Erzhau. Denn, da mit den Er-
zen immer mehr oder weniger Taubes erhaut, und dieses der zu
kostspieligen Förderung wegen in der Grube versetzt werden muß,
so soll man überall an den tiefsten Stellen beginnen, um die fal-
lenden Berge in der Sohle als Versatz lassen zu dürfen; allein die
tiefste Stelle ist einerseits ganz relativ, und andererseits würden die
Gestehungskosten der Erze für die Gegenwart zu sehr erhöht,
wollte man mit der Erzgewinnung überall in das zu erreichende'
Tiefste gehen. So geschah es denn in der Vorzeit, daß man init
dem Erzhan in leidlicher Teufe und bei den schönern Erzrütk-
ständen begann, und von da aufwärts im Maße der »lifallenbM
Berge versetzte, die gewöhnlich in solcher Menge fielen, daß man
sich »n Stellen der unbeträchtlicher!! Verhaue der Alten durch
den Versatz keine Mannsfahrt aussparen konnte, und nicht selte»
sogar an Stellen, wo dieses ganz gut ausführbar gewesen wäre>
es als Nicht mühelohnend schätzte. Durch diese Wirthschaft w»I
der hiesige Eisensteinbau schon vor mehrere» Jahren dahin ge-
bracht, daß man denselben als seinem Ende nahe »arirte, und
nur den richtig geleiteten Bemühungen des noch gegenwärtig
deNl Naue vorstehenden tüchtigen Oberhuthmanne« D°lnig>
welcher sich die Gewiltigung der von seinen Vorfahrern «nbe«
Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Titel
- Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
- Untertitel
- Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Autor
- Professor Tunner
- Verlag
- Andreas Leykam'schen Erben
- Ort
- Vordernberg
- Datum
- 1841
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 18.75 x 29.69 cm
- Seiten
- 280
- Schlagwörter
- Bergbau, Bergwerk
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Universitäten und Institutionen Institutionen