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Lernprozesse über die Lebensspanne - Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
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125 aussehen? Wer vermag diese zu schlagen und vor allem wie? Die gewohnten Wege in Er- wachsenenbildung und Hochschulbildung: „Normale Seminare“, Kurse, Programme und Studiengänge scheinen diesen Brückenschlag nicht mehr leisten zu können“. (ebd.: 1) Faulstich selbst plädiert für einen Wissenschaftsbegriff, der Alltagswissen in- kludiert. Gemeinden zeigen in diesem Sinne sozial robustes (vgl. Nowo- tny/Scott/Gibbson 2014) Alltags- und Erfahrungswissen in Bezug auf ländli- che Bedingtheiten und lebensweltliche Gegebenheiten in Kärnten, die wissen- schaftlich vielleicht nicht immer ernst genommen werden. Ländliche Kommunen stellen außerdem lokale Erprobungs- und Erfah- rungsräume für die soziale Inklusion von Menschen aller Sprachen, aller (so- zioökonomischen) Lebenslagen und aller Lebensalter zur Verfügung. Da ist „Lernen [...] integraler Bestandteil des zivilgesellschaftlichen Engagements“ (BMUKK et al. 2011: 32). Dies geschieht (in Kärnten) jenseits politischer La- ger. Gemeinden werden in gewisser Hinsicht zum überschaubaren Lernort oder gar zur „Denkschule“ für das Zusammenleben. Rekonstruierte Erzählungen in den narrativen Passagen der Interviews erinnern an Ludo M. Hartmanns volks- bildnerischem Konzept der „Denkschule“ (dort auf die Volkshochschule der Jahrhundertwende im Roten Wien bezogen), wonach ein wenn auch an neutra- len Inhalten geschultes Denkvermögen für das Erkennen gesamtgesellschaftli- cher Zusammenhänge unabdingbar sei (vgl. Filla 2014). Diese lernförderlichen Beziehungsräume und kleinräumlichen Lernorte sind nicht zuletzt im Sinne einer politischen Bildung und aktiven Bürgerschaft von großer Relevanz, wenn es darum geht, Erfahrungswissen in Bezug auf soziale Kohäsion zu generieren. Community ist in diesem Sinne die kleinste gesellschaftliche Einheit (vgl. Buhren 1997), die „beforscht“ werden kann. Die Bürgermeister und die Gemeinderätinnen und -räte verfügen grund- sätzlich über eine große Sensibilität für soziale Belange in den grundlegenden (ortsgesellschaftlichen) Bedarfen und Bedürfnissen, auch wenn in den Gesprä- chen vielfältige personale Wert- und Weltverständnisse und je unterschiedli- che kommunale Herausforderungen die Gemeinden und den jeweiligen Ort prägen. Conclusio Die qualitative Studie zeigt einerseits Phänomene einer ländlichen Bildungs- und Kulturarbeit, die von einer traditionellen Erwachsenbildung noch häufig kritisiert wird, beispielsweise das Konkurrenzverhalten unter den Trägern, ver- altete Infrastrukturen, ein dominierendes Freizeitprofil der Bildungsangebote oder (vermeintlich) mangelnde Professionalisierung (vgl. Klemm 2013). An-
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Lernprozesse über die Lebensspanne Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
Veröffentlicht mit Unterstützung der Fakultät für Kulturwissenschaften der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Titel
Lernprozesse über die Lebensspanne
Untertitel
Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
Autoren
Monika Kastner
Jasmin Donlic
Barbara Hanfstingl
Herausgeber
Elisabeth Jaksche-Hoffman
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-8474-1467-4
Abmessungen
14.7 x 21.0 cm
Seiten
190
Kategorie
Lehrbücher
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