Seite - 126 - in Lernprozesse über die Lebensspanne - Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
Bild der Seite - 126 -
Text der Seite - 126 -
126
dererseits aber haben sich Prinzipien der am Gemeinwesen und an den „Com-
mons“ orientierten Erwachsenenbildung, das „Lernen[s] vor Ort“ (ebd.) und
ein stark ausgeprägter Sinn für eigenständige Regionalentwicklung als Alter-
nativen zur „Raumordnungspolitik von oben“ (ebd.: 205) gezeigt. So wie in
dem nationalen Strategiepapier festgehalten, haben die Gemeinden in Villach-
Umland „Initiativen wie Stadtteilarbeit, Lernende Region sowie jede Form von
am Gemeinwesen orientierter Bildungsarbeit [...] wichtige Entwicklungen von
Community Education-Ansätzen in ihren jeweiligen Bereichen in Gang ge-
setzt“ (BMUKK et al. 2011: 34). Kommunale Weiterbildungsstrategien in
Kärnten als eigenständiges Erfahrungs- und Praxiswissen sichtbar zu machen,
wertzuschätzen und als „Gemein(de)gut“ zu fördern und zu stärken, versteht
sich in diesem Beitrag als wissenschaftlicher Auftrag der gegenwärtigen Er-
wachsenenbildung(sforschung) speziell im Bereich der Community Educa-
tion. Die Kärntner Gemeinden verstehen sich zusammenfassend als Impulsge-
ber und Impulsempfänger von lokalen (Berufs-)Bildungsaspirationen.
Folgende Prämissen sind – basierend auf empirischen Daten und theoreti-
schen Überlegungen – bedeutsam, nämlich: Der Wirkungsradius der Angebote
kann (und soll) speziell im Bereich der arbeitsintegrierten bzw. arbeitsplatzna-
hen – beruflichen – Bildung erweitert und in Richtung Breite und Tiefe der
Weiterbildungsangebote (auch von Seiten der anerkannten Erwachsenenbil-
dungsträgerschaften) stärker differenziert werden. Dass im ländlichen Raum
„die Zielgruppen [...] vielfältig und oft sehr unterschiedlich, das Ange-
botsspektrum weitläufig und daher nicht immer abgestimmt“ (vgl. ebd.) sind,
wurde schon in dem nationalen Strategiepapier und in der Dokumentation zu
den Lernenden Regionen festgestellt. Immer noch (auch wenn Programme aus-
laufen) bedarf es in dünn besiedelten und strukturschwachen Regionen einer
konkreten Bereitstellung personeller Ressourcen sowie einer finanziellen För-
derung für „freie“, ländliche/regionale u.U. am Gemeinwesen orientierte Er-
wachsenenbildung.
Eine „Aufnahme bzw. Verstärkung Community Education-relevanter As-
pekte in die Leistungsvereinbarungen des bm:ukk mit den großen Dachverbän-
den der Erwachsenenbildung (KEBÖ) und in die Leistungsvereinbarungen des
BMWF mit den öffentlichen Universitäten“ (BMUKK et al. 2011: 35) könn-
ten, wie es die Entwicklungsstrategien selbst suggerieren, ein wünschenswer-
ter Schritt in Richtung „Revitalisierung“13 (Klemm 2013: 201f.) ländlicher Re-
gionen als Orte des Zusammenlebens, des (lebensumfassenden) Lernens und
Arbeitens sein.
13 Klemm (2013) nennt „auf der Grundlage der Defizitanalyse ländlicher Erwachsenenbildung“
(ebd.: 201) Perspektiven, die aus parallel dazu sich entwickelten innovativen Praxismodellen
in „Deutschland, Österreich und Südtirol, die allerdings nur selten im gegenseitigen Aus-
tausch stehen“ (vgl. ebd.) entstanden sind. Er nennt diesbezüglich die „Revitalisierung“
(ebd.: 201-202) als „Entwicklungsfaktor für den ländlichen Raum“ (ebd.: 202).
zurück zum
Buch Lernprozesse über die Lebensspanne - Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern"
Lernprozesse über die Lebensspanne
Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
Veröffentlicht mit Unterstützung der Fakultät für Kulturwissenschaften der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
- Titel
- Lernprozesse über die Lebensspanne
- Untertitel
- Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
- Autoren
- Monika Kastner
- Jasmin Donlic
- Barbara Hanfstingl
- Herausgeber
- Elisabeth Jaksche-Hoffman
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- ISBN
- 978-3-8474-1467-4
- Abmessungen
- 14.7 x 21.0 cm
- Seiten
- 190
- Kategorie
- Lehrbücher