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Theoretischer Rahmen
Aus unzähligen Forschungsberichten geht hervor, was als Gütekriterien für
qualitätsvollen Unterricht zu sehen ist. Insbesondere Hilbert Meyers Kriterien
guten Unterrichts (Meyer 2016) sowie Andreas Helmkes Befunde zum Thema
Unterrichtsqualität (vgl. Helmke 2015) zählen zu den stark rezipierten Leitfä-
den und werden selbst vom weltweit renommierten Bildungsforscher John
Hattie als „Klassiker in diesem Feld“ (Hattie/Zierer 2017: 186) bezeichnet. Be-
zugnehmend auf die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit betont Annette Textor
die Gültigkeit von Meyers allgemein anerkannten und empirisch abgesicherten
Qualitätsmerkmalen nicht nur in Klassen mit sogenannten „Regelschülern“
(Claßen 2013: 19), sondern auch für den Unterricht in inklusiven Schulklassen
(vgl. Texor 2007: 288). Dabei sei angemerkt, dass die Existenz homogener
Klassenverbände zweifelsohne zu hinterfragen wäre und daher – um es zuge-
spitzt mit den Worten einer der PädogogInnen zu sagen – jede Klasse als In-
klusionsklasse bezeichnet werden könne. Diesem Argument trägt ebenso die
Tatsache Rechnung, dass sich der Einsatz des von den britischen Universitäts-
professoren Tony Booth und Mel Ainscow (2017) entwickelten Indexes für
Inklusion im schulischen Bereich in den letzten Jahren kontinuierlich ausge-
weitet hat. Wie bei Meyer werden im Index eine Reihe von Indikatoren vorge-
stellt, anhand derer auf das Vorhandensein bestimmter (inklusiver) Werte so-
wie qualitativer Voraussetzungen und Gegebenheiten geschlossen werden
kann. Aufgrund der herausragenden Bedeutung des Meyerschen Kriterienka-
talogs sowie des Indexes für Inklusion für Praxis und Forschung dienen die
beiden Werke – nicht zuletzt auch wegen der hohen wechselseitigen Kompa-
tibilität durch die indikatorenbasierte Ausrichtung – als Richtschnur für dieses
Projekt.
Auswertung erster Ergebnisse
Wie alle Lernende profitieren auch inklusive Lerngruppen – und dazu sollen
in diesem Zusammenhang nicht nur Kinder mit diagnostiziertem Förderbedarf
gezählt werden, sondern auch SchülerInnen mit Verhaltensauffälligkeiten und
Lernschwierigkeiten – von lernklimatisch günstigen Bedingungen (vgl. u.a.
Eder 2001: 582). Aus diesem Grund fokussiert die erste Auswertung der Leh-
rerInneninterviews auf Meyers drittgenanntes Merkmal guten Unterrichts –
das lernförderliche Klima in der Klasse. Gemäß Meyer kann unter dem Begriff
Unterrichtsklima eine humane Qualität der Beziehungen zwischen SchülerIn-
nen untereinander sowie zwischen Lernenden und Lehrenden verstanden wer-
den. Ein für eine lernförderliche Atmosphäre überaus bedeutender Aspekt
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Buch Lernprozesse über die Lebensspanne - Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern"
Lernprozesse über die Lebensspanne
Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
Veröffentlicht mit Unterstützung der Fakultät für Kulturwissenschaften der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
- Titel
- Lernprozesse über die Lebensspanne
- Untertitel
- Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
- Autoren
- Monika Kastner
- Jasmin Donlic
- Barbara Hanfstingl
- Herausgeber
- Elisabeth Jaksche-Hoffman
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- ISBN
- 978-3-8474-1467-4
- Abmessungen
- 14.7 x 21.0 cm
- Seiten
- 190
- Kategorie
- Lehrbücher