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Lernprozesse über die Lebensspanne - Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
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142 ist es, Mädchen in ihrer Entscheidungsfreiheit zu bestärken und ihnen Ent- scheidungsfähigkeit zu vermitteln“ (Prengel 2006: 133). So kann es auch eine Entscheidung sein, eine Zuseherin zu sein. Und doch scheint es aus einer par- tizipativen Perspektive relevant, einen Raum zu schaffen, in dem alle eine Stimme finden können. Im Zuge dessen ist eine weitere Erkenntnis performa- tiver und partizipativer Forschung, das stetige kritische Infragestellen der ei- genen Annahmen und Erwartungen von Teilhabe und Partizipation. Zur Frage, wer wie in Prozesse des Lernens und der Bildung eingeschlossen werden kann, gehört auch die begleitend prüfende Frage, wer dabei ausgeschlossen bleibt oder wird. Bildungsprozesse zwischen Anerkennung und Anpassung Sowohl in den Vignetten, Interviews und Fokusgruppen als auch im partizipa- tiv-performativen Projekt zeigen sich Ambivalenzen zwischen Inklusion und Exklusion, Ermächtigung und Besonderung. Allein das Schaffen einer Flücht- lingsklasse bietet einen Ort der Zugehörigkeit, der zugleich ein Raum des Aus- schlusses sein kann; die engagierte pädagogische Zuwendung von Lehrkräften zu den Schülerinnen und Schülern ist um Ermächtigung bemüht, kann dabei aber leicht zur Vereinnahmung der konkreten Person werden – „der Flücht- ling“ (vgl. Arendt 2016 [1943]) als Subjekt ist immer auch Objekt der Kon- struktion. Normalisierung, als meist unausgesprochener Auftrag von Schule, kann als Anpassung der Vielfalt an eine normativ gesetzte Wunschgesellschaft verstanden werden oder aber als Anerkennung der gegebenen Vielfalt als Nor- malität (vgl. Peterlini 2018) – im Sinne einer differenzsensiblen Schule, die „alle Kinder als Gleiche“ annimmt (Prengel 2014: 50). Eine eigene Projekt- klasse für Flüchtlinge öffnet Schule für Jugendliche, die sonst aus Bildung aus- geschlossen würden, sie setzt Prozesse der Normalisierung durch Anerken- nung in Gang, die fast notwendiger (oder notwendender) Weise durch Prozesse der Normalisierung durch Anpassung und der Ausblendung von Differenzen innerhalb der Gruppe ‚Flüchtlinge‘ hindurchgehen. So zeigt sich auch an der Arbeit mit Flüchtlingen die Ambivalenz von Bildungsprozessen hin zur Er- mächtigung des Subjekts, die schwerlich ohne Anpassung an gesellschaftliche Ansprüche zu haben ist.
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Lernprozesse über die Lebensspanne Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
Veröffentlicht mit Unterstützung der Fakultät für Kulturwissenschaften der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Titel
Lernprozesse über die Lebensspanne
Untertitel
Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
Autoren
Monika Kastner
Jasmin Donlic
Barbara Hanfstingl
Herausgeber
Elisabeth Jaksche-Hoffman
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-8474-1467-4
Abmessungen
14.7 x 21.0 cm
Seiten
190
Kategorie
Lehrbücher
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