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Lernprozesse über die Lebensspanne - Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
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146 Das Piper-Modell und seine Anwendung Das Piper-Modell ist ein anwendungsorientierter, kindzentrierter Ansatz, in dem es darum geht, Verständnis für das Verhalten eines Kindes aufzubauen. Durch die gezielte Unterstützung der Lehrkräfte sollen schließlich die Kinder lernen, das eigene Verhalten zu verstehen, um in weiterer Folge die eigenen Gefühle besser regulieren und sich selbst beruhigen zu können (vgl. Piper 2017). Zentrale Punkte in der Anwendung des Piper-Modells sind die Einbin- dung von Lehrpersonen, Eltern und betroffenen Kindern, die gemeinsame Er- arbeitung von Risiko- und Resilienzfaktoren, die systematische Dokumenta- tion von Regulations- und Beruhigungsstrategien durch die Lehrpersonen und das Kind selbst sowie die Dokumentation des Fortschrittes über drei Monate. Die Anwendung des Piper-Modells in Österreich wird nicht zuletzt wegen der Schließung von Sonderschulen mit gleichzeitiger Integration der Schüle- rInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die Regelschulen überlegt. Die Integration funktioniert aus verschiedenen Gründen (z.B. Personalmangel mit gleichzeitig zu hoher Heterogenität in den Klassen) oft nur mit mäßigem Erfolg, weswegen diese Kinder oft in Kleingruppen außerhalb des Regelunter- richtes in sogenannten Time-out-Gruppen geführt werden. Diese Time-out- Gruppen wurden ursprünglich für Kinder und Jugendliche mit Entwicklungs- störungen und Störungen des Sozialverhaltens eingerichtet, um ihnen eine zeit- lich begrenzte Auszeit aus Großgruppen und eine spezielle Förderung zukom- men zu lassen. Dies soll gewährleisten, dass sie rasch wieder in den Regelun- terricht zurückkehren können (Zobernig 2016). Durch den Aufenthalt von Kin- dern mit sonderpädagogischem Förderbedarf erhöhte sich jedoch die Hetero- genität in den Kleingruppen, was die Reintegration von Kindern mit Störungen des Sozialverhaltens in den Regelunterricht erschwerte. Mit Hilfe des Piper-Modells soll den Lehrpersonen eine systematische Un- terstützung zur Verfügung gestellt werden, um Kindern mit Störungen des So- zialverhaltens möglichst rasch und gezielt die Rückkehr in den Regelunterricht zu ermöglichen. Aufgrund der unterschiedlichen Schulsysteme und Ressour- cenlage in England und Österreich wurde für die österreichische Pilotstudie das Piper-Modell speziell adaptiert. Während in England ein kollaboratives Team bestehend aus LehrerInnen, Eltern, PsychologInnen, SchulleiterIn und BetreuerInnen rund um das Kind arbeitet, wird das Training in Österreich der- zeit schulintern mit Hilfe von speziell geschulten Lehrpersonen umgesetzt.
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Lernprozesse über die Lebensspanne Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
Veröffentlicht mit Unterstützung der Fakultät für Kulturwissenschaften der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Titel
Lernprozesse über die Lebensspanne
Untertitel
Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
Autoren
Monika Kastner
Jasmin Donlic
Barbara Hanfstingl
Herausgeber
Elisabeth Jaksche-Hoffman
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-8474-1467-4
Abmessungen
14.7 x 21.0 cm
Seiten
190
Kategorie
Lehrbücher
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