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LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2
Seite - 182 -
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183 | www.limina-graz.eu Monica Martinelli | Die Freiheit der Freien im technisch-ökonomischen Zeitalter heute voll ist mit immer höher entwickelten Vorrichtungen, die in der Lage sind, die verschiedenen verfügbaren Technologien (von der mechanischen zur biologischen, von der finanziellen zur sanitären) zunehmend in ein einziges, immer größeres, allgegenwärtiges und auf planetarischer Ebene integriertes System einzugliedern. Gilbert Simondon hatte in den sechziger Jahren von technisch-geographischen Milieus gesprochen und behauptet, dass die Möglichkeit, uns in Raum und Zeit zu positionieren und zu han- deln, sich mit der Wandlung des technischen Regimes verändert (Simondon 1969). Martin Heidegger (1977) benutzte bekanntlich den Begriff ‚Gestell‘, um das menschliche Leben im Zeitalter der Technik zu interpretieren und das Ideal einer umfassenden planetarischen Infrastruktur vorzustellen, die das gesamte gesellschaftliche Leben stützt. In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts bedingen sich das ,technische System‘ und das Modell der ökonomischen Entwicklung gegenseitig. Daraus ergibt sich eine Situation, in der die einzelnen Vorrichtungen mit weiteren Vorrichtungen verbunden werden und von der Menge der technischen Faktoren abhängig gemacht werden, noch bevor sie in Beziehung mit nicht-technischen Elementen sind und so unsere Art und Weise zu arbeiten und zu konsumieren, zu den- ken und die Beziehungen zu leben bedingen (Ellul 1977). Dieser Zusam- menhang strukturiert folglich die Bedingungen des alltäglichen Lebens einer immer größeren Anzahl von Personen und trägt dazu bei, eine ge- wisse Vorstellung von Freiheit in Richtung einer instrumentellen und in- dividualistischen Sicht zu formen, während ihre expressive und relationale Dimension verdunkelt wird. Daher versucht der vorliegende Beitrag, nach einer skizzenhaften Darstel- lung der Eigenschaften unseres gegenwärtigen technisch-ökonomischen Systems und unter Berücksichtigung des ihm zugrundeliegenden und es nährenden Freiheitsbegriffs, einen Weg zu umreißen, die Freiheit neu zu denken – in Richtung einer Freiheit, die vom Produktionsparadigma ,be- freit‘ ist und die gemäß den Koordinaten eines Paradigmas der Generati- vität, ausgehend von einer gewissen anthropologischen Perspektive, neu verstanden wird. Aufstieg der gegenwärtigen technikbestimmten Wirtschaft und Gesellschaft Die in der Nachkriegszeit sich entfaltende Kapitalismusform beruhte auf dem Sieg der Demokratie, dem keynesianischen Regulierungsprinzip, dem
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Limina Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2
Titel
Limina
Untertitel
Grazer theologische Perspektiven
Band
2:2
Herausgeber
Karl Franzens University Graz
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 4.0
Abmessungen
21.4 x 30.1 cm
Seiten
267
Kategorien
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