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LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2
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195 | www.limina-graz.eu Monica Martinelli | Die Freiheit der Freien im technisch-ökonomischen Zeitalter Das bedeutet, dass die Freiheit, um sich positiv ausdrücken zu können, das Risiko der Beziehung zu einer Wirklichkeit hinnehmen muss, die nicht als aufzuhebende Grenze zu betrachten ist, sondern als Umgebung, innerhalb der die Beziehung zu verwirklichen ist, die die Freiheit selbst strukturiert, angefangen bei dem konstitutiv relationalen Gegebenen, das seinerseits das Individuum kennzeichnet. Folglich könnte man die Freiheit als das denken, was die Wirklichkeit eigent lich beseelt. So verstanden bildet sie den Ursprung des Wunders der vielfältigen Formen des menschlichen Lebens. Dabei ist nicht zu überse- hen, dass der freie Mensch, der irgendetwas, das über ihn hinausweist, eine Form gibt, zugleich dazu neigt, die gesetzten Formen im Namen derselben Freiheit zu überwinden. Freiheit als Neuzusammensetzung zwischen Ich und Welt Die Freiheit, verstanden als relationale Erfahrung, ist ein Dialog, der das Subjekt und zugleich die Wirklichkeit verändert. Dieser Aspekt lässt sich schwer innerhalb des Vorstellungsraums fassen, der seit der Moderne die Souveränität des Ichs unterstreicht. Deshalb erforscht Simmel, um die Freiheit zu behandeln, die Sichtweise des Menschen, der sie stützt. Bei einer kritischen Wiederbetrachtung sowohl der modernen Philosophie als auch der in der Moderne aufkommenden Formen des Individualismus hebt er hervor, wie diese Entwicklungen den Dualismus zwischen der indi- viduellen Dimension und derjenigen der Sozialität verstärkten. Und er un- terstreicht die Tatsache, dass das Individuum keine selbstgenügsame To- talität ist und nicht in einem leeren Raum agiert. Die Freiheit bestätigt dies: Sie hängt mit der Färbung zusammen, die sie der Existenz hinsichtlich ihres Sich-Eingliederns in eine Umgebung verleiht. Tatsächlich besteht Simmels Vorschlag darin, das Individuum und das Soziale nicht als Wirk- lichkeiten anzusehen, die einander vorgängig, nachfolgend, eingeschlos- sen oder untergeordnet wären, sondern vielmehr als gleichursprüngliche Wirklichkeiten. In diesem Sinne hält Simmel fest: „das Individuum ist der ganze Mensch, nicht der Rest, der bleibt, wenn man von diesem das mit andern Geteilte abzieht“ (GSG 12, 463). Das Individuum ist das „Gesammt- Man könnte die Freiheit als das denken, was die Wirklichkeit eigentlich beseelt.
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Limina Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2
Titel
Limina
Untertitel
Grazer theologische Perspektiven
Band
2:2
Herausgeber
Karl Franzens University Graz
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 4.0
Abmessungen
21.4 x 30.1 cm
Seiten
267
Kategorien
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