Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Zeitschriften
LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2
Seite - 236 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 236 - in Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2

Bild der Seite - 236 -

Bild der Seite - 236 - in Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2

Text der Seite - 236 -

237 | www.limina-graz.eu Karl Farmer | Warum handelspolitischer Protektionismus wieder politikmächtig und wirtschaftliche Freiheit zum Phantom wurden Again“ an die „goldenen“ 1950er-Jahre anknüpfte, als die USA nicht nur militärisch, sondern auch ökonomisch „great“ waren. „Das Wirtschaftswachstum war [damals] hoch und es herrschte Vollbe- schäftigung. Einkommen wie Vermögen waren viel gleicher verteilt als heute, die Arbeitsplätze sicherer und die Chancen für einen gesellschaft- lichen und ökonomischen Aufstieg viel größer als heute.“ (Winkler 2017, 117)2 Mit seiner Wirtschafts- und Außenhandelspolitik möchte Trump den öko- nomisch „abgehängten“ Amerikanern die guten Zeiten zurückbringen, die in den 1950er-Jahren herrschten. Aber ist dies möglich, wenn die Präsiden- ten vor Trump die oben diagnostizierten Fehlentwicklungen nicht zu ver- hindern vermochten? Dazu beschreibt Winkler (2017) die US-Wirtschafts- politik der 1950er-Jahre, das Scheitern dieser Politik Anfang der 1970er- Jahre, den neuen Konsens einer „internationalen Angebotspolitik“ (Wink- ler 2017, 120), Trumps Abkehr davon sowie die Rolle kultureller Faktoren in Trumps politischem Kalkül. Winkler führt die ökonomische Blüte der USA in den 1950er-Jahren auf den „nationalen Keynesianismus“ mit hohen Spitzensteuersätzen, expansi- ver Fiskal- und Geldpolitik und extrem eingeschränkter internationaler Kapitalmobilität zurück. Im Fest-Wechselkurssystem von Bretton Woods mit politisch anpassbaren Wechselkurs-Paritäten blieben die Leistungs- bilanzungleichgewichte relativ klein im Unterschied zu den großen Leis- tungsbilanzungleichgewichten seit der Liberalisierung des internationalen Kapitalverkehrs in den 1980er-Jahren. Das Fest-Wechselkurssystem war Anfang der 1970er-Jahre kollabiert, weil die amerikanische Regierung die keynesianische Budgetpolitik als Deckmantel für die Finanzierung teurer Sozial programme und des Vietnamkriegs missbrauchte, was zur Inflati- on und 1971 zur Aufhebung der Bindung des US-Dollars an das Gold durch Präsident Nixon führte. Das Scheitern des nationalen Keynesianismus an Inflation und außenwirt- schaftlichen Turbulenzen bereitete den Weg für die erwähnte internationale Angebotspolitik, die nicht um eine ausreichende gesamtwirtschaftliche Nach- frage wie im Keynesianismus, sondern um das gesamtwirtschaftliche Angebot zunehmend offener Volkswirtschaften besorgt ist. Ziel der internationalen Angebotspolitik ist international wettbewerbsfähig zu sein oder es wieder zu werden. Das ist aus mehreren Gründen verständlich: Erstens werden die Wechselkurse der Währungen der in den 1970er-Jahren führenden Länder 2 Winkler (2017) zeichnet die ma- kroökonomische Situation etwas zu rosig. In den 1950er-Jahren er- lebte die USA vier Rezessionen mit Arbeitslosenquoten bis 8 Prozent, und das durchschnittliche BIP- Wachstum der USA während der Eisenhower-Präsidentschaft war nur 2,5 Prozent jährlich. (Mitchell 2018) Richtig ist, dass der Anteil der US-Industrie am US-BIP in den 1950er-Jahren fast doppelt so hoch war, wie er heute ist.
zurück zum  Buch Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2"
Limina Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2
Titel
Limina
Untertitel
Grazer theologische Perspektiven
Band
2:2
Herausgeber
Karl Franzens University Graz
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 4.0
Abmessungen
21.4 x 30.1 cm
Seiten
267
Kategorien
Zeitschriften LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Limina