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LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 3:2
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150 | www.limina-graz.eu Frank G. Bosman | The turning of Turing’s tables | BIOGRAPHY Frank G. Bosman is senior researcher at the Tilburg Cobbenhagen Center/ Tilburg School of Catholic Theology, Tilburg University, the Netherlands. E-Mail: f.g.bosman@tilburguniversity.edu | KEY WORDS Chinese Room; digital games; The Talos Principle; thought experiment; Turing test Im Jahr 1950 entwickelte Alan Turing den gleichnamigen Turing-Test, um fest- zustellen, ob künstliche Intelligenz menschliches Verhalten – insbesondere die Fähigkeit, eine höfliche Unterhaltung zu führen – in einem solchen Grad nach- ahmen kann, dass es nach menschlicher Beurteilung nicht mehr möglich ist, zu- verlässig zwischen dem Künstlichen und dem Menschlichen zu unterscheiden. Seither ist der Turing-Test selbst zu einem Gütesiegel im Forschungsgebiet der künstlichen Intelligenz geworden, aber auch zu einem bekannten und oft ver- wendeten narrativen „Topos“ in der zeitgenössischen Literatur, und Filmkunst, aber auch in Videospielen. Dabei wird der Turing-Test in all seinen Formen und Variationen als eine Art Gedankenexperiment eingesetzt, das die anthropo- logische Grundfrage aufwirft: Was bedeutet es, „menschlich“ zu sein bzw. als „menschlich“ bezeichnet zu werden? Diese Fragen kommen, so die Argumentation des Autors, auch in Videospielen zu tragen. Im Gegensatz zu Filmen und Romanen, die den Turing-Test auf rein „passive“ Weise zeigen – d. h. das Publikum selbst wird keinem Test unterzogen sondern beobachtet diesen –, verfolgen manche Videospiele eine „aktive“ Um- setzung: Sie unterziehen die Spielenden selbst einem Test und regen zum Nach- denken darüber an, welche Charakteristika und Merkmale tatsächlich zwischen Mensch und Maschine unterscheiden. Der Autor präsentiert und analysiert zwei solcher Videospiele, The Turing Test (2016) und The Talos Principle (2014). Anhand dieser wird gezeigt, dass die darin vorkommenden künstlichen Intelligenzen in Frage stellen, was gemein- hin (und möglicherweise arbiträr) nur Menschen zugeschrieben wird, nämlich Eigen schaften wie Moralität, Kreativität, Sprachvermögen oder (Un-)Gehor- sam.
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Limina Grazer theologische Perspektiven, Band 3:2
Titel
Limina
Untertitel
Grazer theologische Perspektiven
Band
3:2
Herausgeber
Karl Franzens University Graz
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 4.0
Abmessungen
21.4 x 30.1 cm
Seiten
270
Kategorien
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