Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Zeitschriften
LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 3:2
Seite - 187 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 187 - in Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 3:2

Bild der Seite - 187 -

Bild der Seite - 187 - in Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 3:2

Text der Seite - 187 -

187 | www.limina-graz.eu Elisabeth Zissler | Digitale Kränkung? Ethische Forderungen im digitalen Zeitalter Im digitalen Zeitalter verlangt das Individuum weiterhin nach Sinn- und Bedeutungszusammenhängen, die die Erkenntnisleistungen der Technik- wissenschaften entweder nicht hinreichend liefern können oder bisher so- gar weitgehend ausgeblendet haben. Die ethische Perspektive kann es sich demzufolge zur Aufgabe machen, solche Zusammenhänge – z. B. hinsicht- lich möglicher Grenzen im Bereich der Digitalisierung und technischer Verfahren – aufzuzeigen und in den wissenschaftlichen und gesellschaft- lichen Diskurs einzubringen. Ein weiteres wichtiges Desiderat stellt in die- sem Zusammenhang auch die Reflexion von möglichen Risiken und Gefah- ren der Digitalisierung dar, worauf abschließend noch näher eingegangen wird. Auf „Digitalisierungsverlierer“ achten und präventive Maßnahmen setzen Nicht alle Menschen sehen den Entwicklungen des digitalen Wandels mit Begeisterung und Fortschrittsoptimismus entgegen, sondern mit Unsi- cherheit, (Zukunfts-)Ängsten und Pessimismus. Gründe dafür sind etwa eine sich scheinbar verselbständigende technologische Entwicklung, die der Einzelne gar nicht oder zumindest nur mehr limitiert nachzuvollziehen vermag. Auch der große Druck, permanent online präsent zu sein – sowohl beruflich als auch privat –, wird wahrgenommen, und es wird befürchtet, aufgrund unzureichender Datenschutzbestimmungen und Datenmiss- brauchs ein „gläserner Mensch“ zu werden. Sorgen dieser Art betreffen die Digital Immigrants, die vor 1980 geboren wurden und sich den Umgang mit digitaler Technik erst im Erwachsenen- alter selbst aneignen mussten, ebenso wie die Digital Natives, die bereits in und mit der digitalen Welt aufgewachsen sind (vgl. Prensky 2001). Dass auch die Digital Natives davon betroffen sind, braucht nicht zu verwundern. Aus einer mittlerweile vorgenommenen Differenzierung von drei Typen der Digital Natives (Digital Orphans, Digital Heirs, Digitale Exiles)5 geht her- vor, dass es innerhalb dieser Gruppen auch sogenannte „Digitalisierungs- verlierer“ bzw. „Digitalisierungsaussteiger“ gibt und auch zukünftig ge- ben wird, sofern nicht mit Hilfe bestimmter Initiativen aktiv gegengesteu- ert wird. Umso mehr braucht es gegenwärtig eine Verständigung darüber, wie Benachteiligungen durch Digitalisierungsprozesse verhindert werden können. 5 Digital Orphans und Digital Exiles gehören jeweils einer Gruppe der Digital Natives an, bei denen die An- wendung von digitalen Technolo- gien Langzeitfolgen hinsichtlich der Entwicklung von zwischenmensch- lichen Fähigkeiten nach sich zieht oder die Probleme damit haben bzw. darunter leiden, das eigene Leben mit der digitalen Welt in Einklang zu bringen. Im Gegensatz dazu sind die Digital Heirs als die großen Gewinner zu sehen: Eine Person, die dieser Gruppe angehört, besitzt ein großes Verständnis für digitale Techno- logien und versteht es, ihr Leben in eine gute Balance zwischen der digitalen und der „realen“ Welt zu bringen, was ihr auch im beruflichen Leben Vorteile bringt (vgl. Samuel 2017).
zurück zum  Buch Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 3:2"
Limina Grazer theologische Perspektiven, Band 3:2
Titel
Limina
Untertitel
Grazer theologische Perspektiven
Band
3:2
Herausgeber
Karl Franzens University Graz
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 4.0
Abmessungen
21.4 x 30.1 cm
Seiten
270
Kategorien
Zeitschriften LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Limina