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Viera Pirker | „#monthoftherosary“. Theologische Rekonstruktion zu einem Instagram Image
Bilder führen jeweils eine eigene „Carousel“-Bildreihe an (zu erkennen am
weißen Signal oben rechts im Bild). Wenige Fotos von Menschen sind in den
Bildern zu sehen (darunter auch das hier analysierte), mehrere Bilder grei-
fen aus in religiöse Symboliken (Gebetsbilder, Kunst, Skulptur, Kirchen-
innenraum, Perlen). Nur wenige der Bilder können als Außenaufnahmen
identifiziert werden. Das hier analysierte Bild lässt sich in Bildinhalt und
Bildgestaltung kaum anderen Bildern zuordnen. In der Farbgebung steht
es den beiden Bildern mit grünen Perlen nahe, die es diagonal umschlie-
ßen. In der szenischen Choreografie, die beim quadratischen Bild im Insta-
gram-Format um das leere Dreieck in der Mitte herum konstruiert werden
muss, liegen eher das darüberliegende Madonnen-Relief, das ebenfalls
einen dreieckigen Aufbau hat, sowie die erneut darüberliegende geflügelte
Geisttaube in einer formalen Nähe. Ebenfalls ausgeprägt symmetrisch sind
das Sandbild (konzentrisch) und der Blumenstrauß. Insgesamt wirken die
Bilder – im Gegensatz zum hier analysierten Einzelbild – weder ‚plandid‘
noch ‚instagramesk‘.
Zur Kontextualisierung als Instagram Image gehört auch eine Kommentar-
analyse: Das Instagram Image ist auf dem Account von @onehailmaryata-
time 950-mal geliked worden (29.10.2018). Damit steht dieses Bild unter
den sechs Bildern des Accounts im Erhebungszeitraum an vierter Stelle der
„Likes“, die direkt unter die Bilder gesetzt und tendenziell als Affirmation
zum Erfahrungsraum des Bildes verstanden werden können. Im gleichen
Zeitraum wurden 17 Kommentare generiert; auch auf Kommentare kann
geantwortet werden und sie können ebenfalls mit einem „Like“ affirmiert
werden. Um die Anonymität der Kommentierenden zu gewähren, werden
die Kommentare hier durchnummeriert und nicht abgebildet.
Sechs Kommentare beziehen sich ausdrücklich auf den Text. Zwei davon
(K5 und K11) folgen der Proposition des Textes in Z. 36–37 öffentlich und
elaborieren eigene, kurze Wundergeschichten, die sie mit dem Rosen-
kranzgebet in Verbindung bringen; diese Kommentare erhalten von ande-
ren Accounts sieben bzw. drei „Likes“ (K5: „I know that I was really worried
about finances this week, so Wednesday night, I prayed with my group. Thurs-
day morning, I received a $2000 tax refund in my favour, and my husband was
finally offered a full time teaching job. It can’t be a coincidence.“; K11: “My
mother is staying with me in A. to help me with new baby (thank God!) and her
Zur Kontextualisierung als Instagram Image
gehört auch eine Kommentaranalyse.
Limina
Grazer theologische Perspektiven, Band 3:2
- Titel
- Limina
- Untertitel
- Grazer theologische Perspektiven
- Band
- 3:2
- Herausgeber
- Karl Franzens University Graz
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 4.0
- Abmessungen
- 21.4 x 30.1 cm
- Seiten
- 270
- Kategorien
- Zeitschriften LIMINA - Grazer theologische Perspektiven