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italienischer Deportierter nach Mauthausen |
innigen Freundschaft zwischen den beiden, aber auch einer gefährlichen Tätigkeit in
der Untergrundpresse der Provinz Imperia. Nach dem Waffenstillstand überstürzten
sich die Ereignisse, und in Alberto Todros loderte das Verlangen, zur Tat zu schreiten.
Auch für ihn begann eine lange Zeit der Verhaftungen und Entlassungen. Er beteiligte
sich nämlich aktiv am Waffentransport in den Bergen, wo die Partisanen jene Waf-
fen, die von den flüchtenden italienischen Soldaten zurückgelassen worden waren, in
Sicherheit brachten, um sie den einmarschierenden deutschen Soldaten nicht in die
Hände fallen zu lassen. Ein Schulkollege denunzierte die Gruppe, und bald darauf ka-
men zwei Polizisten in die Schule, in der er neben dem Studium unterrichtete, mit
dem Befehl, ihn in die Polizeikaserne zu bringen, «um verschiedene Dinge zu erklä-
ren». Statt in die Kaserne kam er in das Gefängnis von Imperia, wo er seinen ebenfalls
verhafteten Bruder Carlo und einige andere Mitglieder seiner Gruppe traf. Auf die In-
tervention des Vaters eines der Verhafteten wurden sie mit der Auflage entlassen, sich
jeden Tag auf dem Polizeipräsidium zu melden. Die Gestapo befahl jedoch ihre erneute
Verhaftung ; Alberto beobachtete zufällig, wie sein Bruder Carlo und die übrigen in
Ketten abgeführt wurden. Entgegen dem Rat seiner Mutter, sich zu retten, beschloss
Alberto Todros sich freiwillig zu stellen. Diese Tat wird das Schicksal der beiden Brüder
Abb. 2: Außenansicht des Durchgangslagers Fossoli 1944. Ende September 1943 ließ die italienische
Sozialrepublik neben einem bestehenden Kriegsgefangenenlager 20 weitere Baracken errichten,
die zunächst zur Internierung von Juden und später auch von politischen Häftlingen genutzt wurden.
Während der alte Lagerteil (Campo Vecchio) unter Verwaltung der Sozialrepublik blieb, war für das
Polizeihaftlager (Campo Nuovo) der Befehlshaber der Sicherheitspolizei in Verona zuständig
(© Fondazione Fossoli).
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Deportiert nach Mauthausen
Band 2
- Titel
- Deportiert nach Mauthausen
- Band
- 2
- Autoren
- Gerhard Botz
- Alexander Prenninger
- Regina Fritz
- Herausgeber
- Melanie Dejnega
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21216-4
- Abmessungen
- 16.8 x 23.7 cm
- Seiten
- 716
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen