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Deportiert nach Mauthausen, Band 2
Seite - 417 -
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417«Burschen, ihr fahrt in das schlimmste Lager !» | ber 1941.55 Es war dies das slowakische Pendant zu den «Nürnberger Gesetzen», das ebenso wie diese bei der Definition des Begriffs «Jude» stärker auf den biologischen Aspekt abhob. Pläne, die jüdische Bevölkerung in Ghettos oder großen Arbeitslagern zu konzent- rieren, gab es, wenngleich nur auf dem Papier, seit September 1940.56 Konkrete Maß- nahmen, die sich als Testläufe für kommende Deportationen erweisen sollten, folgten ein Jahr darauf, im Herbst 1941. Und sie wurden von der im September 1940 als al- leinige Vertretung der slowakischen Juden gegründeten «Judenzentrale» (Ústredňa Židov) unterstützt  – im Bewusstsein, dass es entscheidend war, «die arbeitslos gewordenen Juden so schnell wie möglich für welche Art von Beschäftigung auch immer heranzuziehen, mochten die Bedingungen noch so ungünstig und widrig sein. Auf diese Weise gedachte man die Entscheidungsträger davon überzeugen, dass die aus dem ökonomischen Leben verbannten Juden dem Staat nicht zur Last fallen würden ; dass sie viel- mehr in der Lage seien, für sich selbst zu sorgen, und mehr noch, sich in Bereichen mit niedrigen Produktions- und Beschäftigtenzahlen für den Staat sogar als nützlich erweisen könnten.»57 So begann man im September und Oktober 1941 in Sered’ (Szered) und Nováky mit intensiven Bautätigkeiten für jüdische Arbeitslager.58 Beide Lager wurden  – ebenso wie das kleinste, bereits anlässlich der ersten Massendeportationen aus dem Deutschen Reich im Rahmen der sogenannten «Nisko-Aktion» errichtete Judenlager von Vyhne  – nach Ausbruch des Slowakischen Nationalaufstands im Spätsommer des Jahres 1944 liquidiert, woraufhin sich viele ehemalige Gefangene den Partisanen anschlossen. Se- red’ war das einzige Lager, das von den Nationalsozialisten  – als deutsches Polizei- haftlager  – wieder in Betrieb genommen wurde.59 Da diente es dann aber nicht mehr nur der Internierung von «rassisch» Minderwertigen und deren nichtjüdischer Ver- wandtschaft, sondern auch von gefangen genommenen Partisanen, aufständischen Ar- 55 Slovenský zákonník, 1941, Verordnung Nr. 198/1941 56 In der slowakischen Armee existierten «Judenlager» bereits seit Sommer 1939. Siehe Nižňanský, Židovská komunita na Slovensku, S. 50–63. 57 Kamenec, Po stopách tragédie, S. 148. 58 Siehe auch Igor Baka : Židovský tábor v Novákoch 1941–1944 [Das Judenlager von Nováky 1941–1944], Bratislava 2001 ; Ivan Kamenec : Koncentračné a pracovné tábory pre rasove prenasledovaných občanov na Slovensku v rokoch 1938–1945 [Konzentrations- und Arbeitslager für die rassisch verfolgten Bürger der Slowakei 1938–1945], in : Terezínske listy 5 (1975), S. 12–25 ; Ivan Kamenec : Koncentračné, pracovné a zajatecké tábory na Slovensku v rokoch 1938–1945 [Konzentrations-, Arbeits- und Gefangenenlager in der Slowakei 1938–1945], in : Terezínske listy 6 (1976), S. 15–28. 59 Neben Arbeitslagern wurden auch Arbeitszentren und Arbeitsreferate geschaffen. Siehe Ivan Kamenec : Vznik a vývoj židovských pracovných táborov a stredísk na Slovensku v rokoch 1942–44 [Entstehung und Entwicklung der jüdischen Arbeitslager und -zentren in der Slowakei 1942–44], in : Nové obzory 8 (1966), S. 15–38. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen Band 2
Titel
Deportiert nach Mauthausen
Band
2
Autoren
Gerhard Botz
Alexander Prenninger
Regina Fritz
Herausgeber
Melanie Dejnega
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21216-4
Abmessungen
16.8 x 23.7 cm
Seiten
716
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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