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Deportiert nach Mauthausen, Band 2
Seite - 422 -
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422 | Hana Kubátová befunden haben  – die kolportierten «hundert bis zweihundert Frauen aus der Tsche- choslowakei» wurden als Zwangsarbeiterinnen im Außenlager Lenzing einquartiert.78 Weitere Slowaken trafen 1945 in Mauthausen ein, viele davon Juden aus dem im Januar evakuierten KZ Auschwitz. Im Februar wurden slowakische Frauen aus Groß-Rosen nach Mauthausen evakuiert,79 etwa zeitgleich mit den ersten Insassen aus Sachsenhausen. Unter diesen waren auch einige slowakischstämmige Buchdrucker,80 unter anderem ein gewisser Adolf Burger, Spross einer praktizierenden jüdischen Familie aus Veľká Lomnica nahe Po- prad. Dieser hatte sich in jungen Jahren der zionistischen Organisation Hashomer Hatzair und als junger Erwachsener der verbotenen Kommunistischen Partei angeschlossen  – für ihn eine «Möglichkeit, etwas gegen diese Klerikalfaschisten zu unternehmen». Gelernter Buchdrucker, betätigte sich Adolf Burger als Fälscher von Urkunden einschließlich Tauf- scheinen, bis er im August 1942 inhaftiert und nach Auschwitz deportiert wurde. Nach dessen Evakuierung gelangte Burger über Oranienburg nach Sachsenhausen, wo man ihn in der im Rahmen der «Aktion Bernhard» operierenden Fälscherwerkstatt einsetzte.81 Im April 1945 schließlich wurde Mauthausen zum Zielort der in Freiberg internierten, haupt- sächlich in der Fertigung von Flugzeugteilen für die Arado-Werke eingesetzten slowaki- schen Jüdinnen. Unter ihnen war Priska Lomová (1916–2006), die zum Zeitpunkt ihrer Internierung schwanger war und zwei Tage vor Räumung des Lagers bzw. ihrer Überstel- lung nach Mauthausen ihre Tochter Hana zur Welt brachte.82 Wie eingangs erwähnt, wurden politische Häftlinge, die aufgrund tatsächlicher oder angeblicher staatsfeindlicher Aktionen in den Gefängnissen von Bratislava, Nitra, Trenčín und Leopoldov einsaßen, Anfang 1945 von den slowakischen Behörden der Gestapo übergeben und daraufhin nach Mauthausen deportiert. Dies betraf Mitglieder der verbotenen Kommunistischen Partei ebenso wie Aktivisten diverser Widerstands- bewegungen, kommunistischer und bürgerlicher, jüdischer und nichtjüdischer. Hier laufen die Wege der Protagonisten meiner Untersuchung  – Otto Wagner, Pavel Branko und Ján Šagát  – zusammen. Otto Wagner kam 1924 als Sohn einer bürgerlichen jüdischen Familie in Bratislava zur Welt. Der Umstand, dass er zunächst eine jüdische Schule besuchte, hinderte ihn nicht daran, sich mit nichtjüdischen Freunden zu umgeben : «Wenn wir miteinander spielten […], waren wir alle Kameraden, da gab es keine religiösen oder nationalen Unterschiede.»83 Freilich war ihm klar, dass die ihm während des Kriegs widerfahrene 78 Ebd, S. 24. 79 Ebd, S. 37. 80 Ebd, S. 39–43. 81 USC-VHA, Interview 6806 mit Adolf Burger, abgerufen an der Karls-Universität am 11. 09. 2012. Adolf Bur- gers Memoiren wurden mehrmals in zahlreichen Sprachen aufgelegt. Zu einer deutschen Übersetzung siehe z. B. Adolf Burger : Des Teufels Werkstatt : Die größte Fälscheraktion der Geschichte, München 32007 [1983]. 82 AMM, MSDP, OH/ZP1/347, Interview mit Priska Lomová, Interviewer : Zlatica Nižňanská, Bratislava, 1. 10. 2002. 83 USC-VHA, Interview 12466 mit Otto Wagner. Siehe auch Martina Fiamová, Prežil dva koncentráky. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen Band 2
Titel
Deportiert nach Mauthausen
Band
2
Autoren
Gerhard Botz
Alexander Prenninger
Regina Fritz
Herausgeber
Melanie Dejnega
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21216-4
Abmessungen
16.8 x 23.7 cm
Seiten
716
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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