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Deportiert nach Mauthausen, Band 2
Seite - 433 -
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433«Dieser Weg war vielleicht mein furchtbarstes Erlebnis.» | len erlauben es, die oft skizzenhaften, manchmal episodischen Erzählungen in den Interviews zu ergänzen, die von Themen wie Hunger, Tod, Krankheit und Fällen der gegenseitigen Hilfe beherrscht werden. Eindrucksvoll führen die DEGOB-Protokolle und die fortlaufenden Tagebuchaufzeichnungen die täglichen Routinen und das mo- notone Binnenleben in den Lagern vor Augen und machen auf den Wandel der Le- bensbedingungen aufmerksam.5 Wege politischer Häftlinge ins Konzentrationslager Mauthausen Am 10. März 1944 notierte der Verwaltungsführer des KZ Mauthausen in seinen Tätig- keitsbericht : «Das Lehrgangskommando SD mit durchschnittlich 700  Mann wird im hiesigen Lager ver- pflegt. Der Aufenthalt soll 10 bis 14  Tage dauern. Die anfallenden Reparaturen an Uniformen, Schuhzeug und Ausrüstung wurden hier ausgeführt. Nicht passende Uniformstücke und Schnürschuhe wurden bei cca. 100  Männern ausgetauscht.»6 Hinter diesem kurzen bürokratischen Eintrag verbirgt sich die einzige bisher bekannte zeitgenössische Quelle, die jenes Treffen der Einsatzkommandos im Frühjahr 1944 in Mauthausen dokumentiert, in dessen Rahmen der deutsche Einmarsch in Ungarn vor- bereitet wurde. Unter den insgesamt 700  Mann starken Einsatzkommandos befand sich auch das Sondereinsatzkommando (SEK) unter der Führung von Adolf Eichmann, zu dessen Aufgabe die «technische Durchführung der Judentransporte» aus Ungarn gehören sollte.7 Einige Tage später, am 19. März 1944, marschierten deutsche Truppen in Ungarn ein und bildeten in den folgenden Tagen eine prodeutsche Regierung unter dem ehe- maligen ungarischen Botschafter in Berlin, Döme Sztójay. Zuvor war Miklós Horthy, der bereits seit 1920 das Amt des Reichsverwesers innehatte, bei einem Staatsbesuch auf Schloss Kleßheim in Salzburg über den Einmarsch informiert worden. Die durch- aus begründete Befürchtung des Deutschen Reichs, Horthy könnte  – wie zuvor bereits Buchenwald Concentration Camp 1945–46, in : Hungarian Historical Review 2  (2013), S. 605–638. Die Protokolle des DEGOB befinden sich im Ungarischen Jüdischen Archiv in Budapest. Ein Großteil von ihnen ist auf der Internetseite www.degob.hu zugänglich. 5 Siehe dazu auch Regina Fritz : Everyday Life and Survival at Mauthausen During the Final Stages of War. The Hungarian Jews, in : Dapim. Studies on the Holocaust 29.3 (2015), S. 222–239. 6 Tätigkeitsbericht des Verwaltungsführers im Konzentrationslager Mauthausen, Eintrag vom 10. 3. 1944, abgedruckt in Bertrand Perz : Verwaltete Gewalt. Der Tätigkeitsbericht des Verwaltungsführers im Kon- zentrationslager Mauthausen 1941 bis 1944, Wien 2013 (Mauthausen-Studien, 8), S. 208. 7 Grell (Gesandtschaft Budapest) ans Auswärtige Amt vom 2. 8. 1944, zit. nach : Christian Gerlach/Götz Aly : Das letzte Kapitel. Der Mord an den ungarischen Juden 1944–1945, Frankfurt a. M. 2004, S. 127. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen Band 2
Titel
Deportiert nach Mauthausen
Band
2
Autoren
Gerhard Botz
Alexander Prenninger
Regina Fritz
Herausgeber
Melanie Dejnega
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21216-4
Abmessungen
16.8 x 23.7 cm
Seiten
716
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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