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Deportiert nach Mauthausen, Band 2
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458 | Helga Amesberger und Brigitte Halbmayr men  – mehrheitlich jedoch nur spezifischen Gruppen, etwa Frauen in Außenlagern, den Sexzwangsarbeiterinnen im Häftlingsbordell oder den Sloweninnen (als Kapitel eines Buches).3 In diesem Beitrag präsentieren wir Ergebnisse unseres Forschungsprojekts zu weib- lichen Häftlingen im KZ Mauthausen und seinen Außenlagern4 und fokussieren hier- bei auf die Verfolgungswege. Diese waren, wie wir im Folgenden zeigen werden, sehr unterschiedlich  – nicht nur was den Ausgangspunkt aus allen Teilen Europas betrifft. Der lange Weg nach Mauthausen schließt mit ein, dass die Mehrzahl der inhaftier- ten Frauen zuvor schon eine Reihe von Gefängnissen, Sammellagern, Ghettos und Konzentrationslagern passierte, bevor sie nach Mauthausen deportiert wurden. Diese langen Wege nach Mauthausen analysieren wir im Folgenden vor dem theoretischen Hintergrund von Raum- und Zeitordnungen. «Lagermacht», so schreibt Wolfgang Sofsky, «zerstört die Kontinuität der inneren Zeit, kappt die Verbindungen zwischen Vergangenheit und Zukunft, sperrt die Menschen in einer ewigen Gegenwart ein. Fern davon, nur die Körper zu beherrschen, bemächtigt sie sich der biografischen Zeit und 3 Zu erwähnen sind hier : Hans Maršálek : Die Geschichte des Konzentrationslagers Mauthausen, Wien 42006 [1974], insbes. S. 167–172 ; Anita Farkas : Geschichte(n) ins Leben holen. Die Bibelforscherinnen des Frauenkonzentrationslagers St. Lambrecht, Graz 2004 ; Pascal Cziborra : KZ Freiberg. Geheime Schwan gerschaft, Bielefeld 2008 (Die Außenlager des KZ Flossenbürg, 4) ; Pascal Cziborra : KZ Venus- berg. Der verschleppte Tod, Bielefeld 2008 (Die Außenlager des KZ Flossenbürg, 3) ; Stefan Karner et  al.: Schloss Lannach 1938–1949, Graz 2008 ; Florian Freund/Bertrand Perz : Konzentrationslager Mauthau- sen (Beiträge zu Stammlager und Außenlagern), in : Wolfgang Benz/Barbara Distel (Hg.), Der Ort des Terrors. Bd. 4 : Flossenbürg  – Mauthausen  – Ravensbrück, München 2006, S. 289–470 ; Margret Lehner : Lenzing-Pettighofen, in : Christian Hawle et  al., Täter und Opfer. Nationalsozialistische Gewalt und Widerstand im Bezirk Vöcklabruck 1938–1945. Eine Dokumentation, Wien et  al. o. J. [1996], S. 33–58 ; Ferenc Filipič : Slowenen in Mauthausen, Wien 2004 (Mauthausen-Studien, 3) ; Szabolcs Szita : Ungarn in Mauthausen. Ungarische Häftlinge in SS-Lagern auf dem Territorium Österreichs, Wien 2006 (Maut- hausen-Studien, 4). 4 Im Rahmen eines umfangreichen Forschungsprojekts gingen die beiden Autorinnen dieses Beitrags der Geschichte der Frauen anhand eines sehr breit angelegten Erkenntnisinteresses nach : Das Interesse galt den unterschiedlichen Verfolgtengruppen, den Frauen in den Außenlagern, den sehr spät nach Maut- hausen (und daher großteils nicht registrierten) Transporten, ihrer Unterbringung, den Umständen ihrer Zwangsarbeit und vielen weiteren Themen. Ein wesentlicher Arbeitsbereich und damit ein umfangrei- ches Projektmodul war insbesondere die namentliche Erfassung der in Mauthausen inhaftierten Frauen, wobei die Autorinnen auch den Spuren ihres Lebens vor und nach der Inhaftierung in Mauthausen nach- zugehen versuchen. Die dafür entwickelte Access-Datenbank «Meta_Frauen-DB» ist so aufgesetzt, dass sie nach Fertigstellung als Subdatenbank direkt in die zeitgleich neu entwickelte Häftlingsdatenbank des Mauthausen Memorial eingespielt werden konnte ; vgl. dazu Christian Dürr : Die Häftlinge des Kon- zentrationslagers Mauthausen. Ein elektronisches Erfassungsprojekt, in : Bundesministerium für Inneres (Hg.), KZ-Gedenkstätte Mauthausen | Mauthausen Memorial 2007. Forschung  – Dokumentation  – In- formation, Wien 2008, S. 50–63. Auftraggeber und Finanzier des Forschungsprojekts zu den weiblichen Häftlingen in Mauthausen war das österreichische Bundesministerium für Inneres, Abteilung  IV/7 ; zu weiteren Ergebnissen vgl. Helga Amesberger/Brigitte Halbmayr : Weibliche Häftlinge im KZ Mauthausen und seinen Außenlagern, unveröff. Projektbericht, Wien 2010, S. 84 f. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen Band 2
Titel
Deportiert nach Mauthausen
Band
2
Autoren
Gerhard Botz
Alexander Prenninger
Regina Fritz
Herausgeber
Melanie Dejnega
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21216-4
Abmessungen
16.8 x 23.7 cm
Seiten
716
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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