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Deportiert nach Mauthausen, Band 2
Seite - 459 -
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459Der lange Weg | der Bewegungen des Geistes.»5 Sofsky folgert dies aus den Erfahrungsberichten von Überlebenden der Konzentrationslager. Unsere Hypothese ist, dass Zeit bzw. das sub- jektive Zeitgefühl wesentlich determiniert ist durch den Raum, der im Transfer von einem Haftort zum anderen Verdichtung und zugleich Entgrenzung erfährt. Während der Deportationen per Bahn von Lager zu Lager befanden sich die Häftlinge in einem sich bewegenden Raum, der weiterhin der Kontrolle der SS-Bewacher unterlag und den Bewegungs- und Handlungsraum der Häftlinge nochmals einschränkte. Mit dieser Verdichtung des Raumes im Waggon  – im physischen wie sozialen Sinn  – ging eine Entgrenzung der Zeit einher, die bislang eingewöhnte Routinen zunichtemachte. Die Hetze im Wechsel mit stundenlangem Warten  – als typische Kennzeichen der Zeitord- nung eines Konzentrationslagers  – wich der schieren Endlosigkeit des Transfers. Quellenüberblick und Quellenkritik Einen ersten  – auch quantitativ relevanten  – Überblick zu weiblichen Häftlingen in Mauthausen bildet die Frauendatenbank aus dem Jahr 1997, die Andreas Baumgartner im Zuge seiner Tätigkeit im Mauthausenarchiv erstellte, im Folgenden «Frauen_97» genannt. Diese Datenbank umfasst 4077 Personen, wobei bis auf 14  Datensätze, für die keine Quelle angegeben wird, sämtliche Informationen aus Aktenbeständen des Archivs der Gedenkstätte Mauthausen stammen.6 Durch die im Rahmen der Studie «Weibliche Häftlinge im KZ Mauthausen und seinen Außenlagern» ebenfalls durchge- führte namentliche Erfassung konnte die Zahl der namentlich bekannten Gefangenen von 4077 Personen auf 6710 Personen erhöht werden. Zudem wurde durch intensive Archivrecherchen zu den bestehenden Einträgen in «Frauen_97» eine Reihe weiterer Informationen über den Verfolgungsweg und zu soziodemografischen Merkmalen er- gänzt. Zu den 6710 Personen (Frauen und Kinder) gibt es in der neuen Datenbank «Meta_Frauen» insgesamt 11.783 Quelldatensätze ; das heißt durchschnittlich 1,75 Da- tensätze pro Person, wobei jedoch die Anzahl der Quelldatensätze pro Person sehr breit streut, da die Datenlage zu den einzelnen Häftlingsgruppen sehr unterschiedlich ist. Eine weitere wichtige Quelle für diesen Artikel bilden jene Interviews, die im Rah- men des Mauthausen Survivors Documentation Project (MSDP) aufgezeichnet wur- den. Insgesamt wurden 102  Interviews mit Frauen geführt, 91 davon waren tatsäch- 5 Wolfgang Sofsky : Die Ordnung des Terrors : Das Konzentrationslager, Frankfurt a. M. 31999 [1993], S. 88. 6 Hier ist in erster Linie das Frauenzugangsbuch zu nennen, geführt ab 15. September 1944 (AMM, K/5/6), die Chronik des KLM Mauthausen (keine zusätzliche Signatur), das Totenbuch von Mauthausen (AMM, Y/30) sowie diverse Transport- und Zugangslisten oder auch sog. Repatriierungslisten (etwa AMM, U/8b/2). Im Frauenzugangsbuch sind insgesamt 3253 Personen registriert. Es wurden zwar 3077 Num- mern vergeben, davon aber 176 an Kinder von Frauen aus Ravensbrück, die dieselben Nummern wie ihre Mütter erhielten. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen Band 2
Titel
Deportiert nach Mauthausen
Band
2
Autoren
Gerhard Botz
Alexander Prenninger
Regina Fritz
Herausgeber
Melanie Dejnega
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21216-4
Abmessungen
16.8 x 23.7 cm
Seiten
716
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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