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Deportiert nach Mauthausen, Band 2
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460 | Helga Amesberger und Brigitte Halbmayr lich Häftlinge in Mauthausen, für 87  Interviews liegen ins Deutsche übersetzte bzw. englischsprachige Interviewtranskripte vor. Dieser Quellenbestand weist im Vergleich zur «Frauen_97»-Datenbank einen Bias auf (abgesehen von der deutlich geringeren Zahl), nämlich dass die Interviewten aus einem relativ jungen Alterssegment dama- liger Häftlinge stammen, was auf den Erhebungszeitraum 2002/03 zurückzuführen ist. Zudem ist der Anteil der interviewten Jüdinnen gemessen an bisherigen Zahlen überdurchschnittlich hoch.7 Zieht man als Vergleichsbasis jedoch die neue Datenbank «Meta_Frauen» unseres Forschungsprojekts heran, die eine hohe Anzahl an ehema- ligen Häftlingen ohne Registrierungsnummer in Mauthausen enthält, entspricht der Anteil der interviewten Jüdinnen dem tatsächlichen Anteil jüdischer weiblicher Häft- linge in Mauthausen. Ein Großteil der interviewten Frauen kam in den letzten Wochen vor Kriegsende nach Mauthausen, darunter vorwiegend Jüdinnen aus den evakuierten Lagern im Osten. Mit wenigen Ausnahmen sind diese Transporte nicht mehr regist- riert worden. Der Anteil der Jüdinnen im KZ Mauthausen ist damit deutlich höher als die bisherigen Statistiken, die auf der Anzahl registrierter Häftlinge basieren, sugge- rierten ; das MSDP-Sample entspricht im Hinblick auf die inhaftierten Jüdinnen damit eher den tatsächlichen Gegebenheiten. Insgesamt wurden für diesen Artikel 87 der 91  Interviews mit weiblichen Häftlingen aus dem MSDP-Bestand analysiert. Für die Auswertung der Haftwege der Frauen wur- den auch der MSDP-Fragebogen8 sowie weitere recherchierte Daten aus den verschie- denen Gedenkstätten herangezogen. Die Interviews selbst sind unterschiedlich ergie- big, was die Erzählungen über die Transportrouten und die Deportationen anbelangt. Zwar können, unterstützt durch den Rückgriff auf die Fragebögen, die einzelnen Haft- stationen gut rekonstruiert werden. In den wenigsten Fällen werden jedoch die Routen genau erinnert, was mehrere Ursachen haben mag und mit der Störung des Raum- und Zeiterlebens aufgrund der Transportbedingungen zusammenhängt. Für die meisten der Frauen gingen die Transporte durch unbekanntes Land, von dem durch die klei- nen Luken der Vieh- oder Güterwaggons, mit denen sie vielfach befördert wurden, nur wenig zu sehen war. Mehrheitlich waren die Frauen erschöpft von den Torturen der Verfolgungsmonate und -jahre davor. Durch den Überlebenskampf werden daher auch 7 Diese Überrepräsentierung erfolgte im MSDP absichtlich, um etwa als Juden kategorisierte Häftlinge, die einem erhöhten Vernichtungsdruck ausgesetzt waren oder aus unterschiedlichen Gründen nur zum Teil als Mauthausen-Häftlinge registriert worden waren  – das betrifft vor allem auch die Frauen  –, deut- licher in unserer Untersuchung berücksichtigen zu können ; siehe den Beitrag von Gerhard Botz, Helga Amesberger und Brigitte Halbmayr : Das Mauthausen Survivors Documentation Project (MSDP) 2002/03. Empirische Grundlagen, in Band  1 dieser Publikation. 8 Mittels MSDP-Fragebogen wurden Daten zu einigen soziodemografischen Aspekten, zur Sozialisation, Verfolgung und zum Leben nach 1945 erhoben. Weiters bestand die Möglichkeit, einen sogenannten Familienfragebogen auszufüllen, um Informationen über das Schicksal von Familienmitgliedern zu er- halten. Die Interviewer und Interviewerinnen füllten diesen gemeinsam mit den interviewten Personen aus. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen Band 2
Titel
Deportiert nach Mauthausen
Band
2
Autoren
Gerhard Botz
Alexander Prenninger
Regina Fritz
Herausgeber
Melanie Dejnega
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21216-4
Abmessungen
16.8 x 23.7 cm
Seiten
716
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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