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Deportiert nach Mauthausen, Band 2
Seite - 462 -
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462 | Helga Amesberger und Brigitte Halbmayr brück, die unter anderem Wachpersonal für 20  Häftlingsfrauen für Mauthausen an- führt.14 Wer die Häftlingsfrauen waren, ist nicht bekannt. Bislang wurde davon ausge- gangen, dass die Sexzwangsarbeiterinnen mehrheitlich bis zur Befreiung im jeweiligen Häftlingsbordell eingesetzt, nur wenige Frauen nach Ravensbrück rücküberstellt wur- den und keine von ihnen nach sechs Monaten die von der SS versprochene Freilassung erfuhr. Durch die Einführung eines eigenen Zugangsbuchs für Frauen im September 1944 weiß man von 19  Frauen in den Häftlingsbordellen von Mauthausen und Gusen zu diesem Zeitpunkt, unbekannt ist jedoch deren Überstellungsdatum dorthin. Diese Frauen waren vermutlich tatsächlich bis zur Befreiung in Mauthausen inhaftiert, also insgesamt mindestens acht Monate. Robert Sommer kam im Zuge seiner Recherchen auf die Schätzung von 35  Frauen (namentlich bekannt sind ihm 27), die in den bei- den Bordellen Zwangsarbeit leisten mussten.15 Unsere Nachforschungen im Rahmen des Projekts zu den weiblichen Häftlingen in Mauthausen ergaben weitere 19  Frauen, für die eine frühe Rücküberstellung aus Mauthausen nach Ravensbrück belegbar ist, mehrheitlich noch im Jahr 1942. Da sie bis auf eine unter dem Haftgrund «asozial» geführt wurden, ist eine Zwangsarbeit im Häftlingsbordell Mauthausen oder Gusen sehr naheliegend.16 Durchgangstransporte Bis Jänner 1945 war das Stammlager Mauthausen für die meisten weiblichen Häftlinge ein Durchgangslager. Die ersten im Männerzugangsbuch registrierten Häftlinge wa- ren 187 sowjetische Frauen aus Dnepropetrowsk. Baumgartner vermutet, «dass diese Frauen wegen angeblicher oder tatsächlicher Widerstandstätigkeit verfolgt und inter- niert wurden».17 Sie erhielten die KLM-Nummern 35.774 bis 35.922.18 Am 5. Oktober 1943 angekommen, wurden sie zwölf Tage später nach Auschwitz überstellt. Im Frauen- zugangsbuch des KL Auschwitz wird für den 17. Oktober 1943 ein Zugangstransport aus dem KL Mauthausen angeführt, für den die Auschwitz-Nummern 65.137 bis 65.325 vergeben wurden.19 Über das weitere Schicksal dieser Frauen ist bislang nichts bekannt. Im Rahmen des MSDP konnten drei Frauen aus Dnepropetrowsk interviewt 14 Sommer datiert die Inbetriebnahme des Häftlingsbordells in Gusen mit Oktober 1942, dem Zeitpunkt der Fertigstellung der Bordellbaracke in Gusen. Amesberger et  al. und Baumgartner vermuten hingegen eine gleichzeitige Inbetriebnahme beider Bordelle im Juni 1942 aufgrund der genannten Dienstliste. 15 Sommer, Das KZ-Bordell, S. 287 und 117 f. 16 Amesberger und Halbmayr, Weibliche Häftlinge, S. 244–247. 17 Baumgartner, Die vergessenen Frauen, S. 115. 18 Maršálek, Geschichte, S. 167, führt 189  Frauen an, was auf eine falsche Summation in der Kopfzeile der Transportliste zurückzuführen sein dürfte ; vgl. Baumgartner, Die vergessenen Frauen, S. 114, Fn. 92. 19 «Nummernbesetzung im KL Auschwitz (Frauen)» ; E-Mail-Auskunft Krzysztof Antończyk, Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, 21. Jänner 2010 ; vgl. Danuta Czech : Kalendarium der Ereignisse im Kon- zentrationslager Auschwitz-Birkenau, 1939–1945, Reinbek 22008 [1989], S. 630. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen Band 2
Titel
Deportiert nach Mauthausen
Band
2
Autoren
Gerhard Botz
Alexander Prenninger
Regina Fritz
Herausgeber
Melanie Dejnega
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21216-4
Abmessungen
16.8 x 23.7 cm
Seiten
716
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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