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Deportiert nach Mauthausen, Band 2
Seite - 466 -
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466 | Helga Amesberger und Brigitte Halbmayr Das Stammlager Mauthausen war auch für 400 bis 700  Polinnen, die im Zuge des Warschauer Aufstands festgenommen worden waren, nur eine Zwischenstation. Am 21. August 1944 in Mauthausen eingelangt, wurden sie mehrheitlich in den folgenden Wochen zur Zwangsarbeit im Gau Oberdonau aufgeteilt, ein geringerer Teil von ihnen ins KZ Ravensbrück weitertransportiert. Diese Frauen scheinen in den Zugangsbüchern von Mauthausen nicht auf, obwohl manche Zeitzeuginnen eine Registrierung sowie eine erkennungsdienstliche Erfassung erwähnen.34 Drei Frauen aus diesem Transport wurden im Rahmen des MSDP interviewt. Verhaftet in Warschau, wurden sie zunächst in das Sammellager Pruszków gebracht und von dort weiter nach Mauthausen depor- tiert. Folgende Interviewpassage von Irena Norwa bringt die Umstände nahe : IN : «Dann wurden wir in Waggons verladen. In Waggons. Wir bekamen je einen Laib Brot. Und wir wurden in die Waggons, solche Güterwaggons verladen. Sie wurden verriegelt. In diesen Waggons war es sehr eng und gedrängt. Sehr eng und gedrängt. Meine Mutter und ich platzierten uns bei einem kleinen Fenster, einem/ das war ein sehr eigenartiges Fensterchen / so ein vergittertes, wie für Vieh, so irgendwie/ so/ ich glaube es setzte sich aus drei Teilen zu- sammen, dieses Fensterchen. Auf jeden Fall war es schwierig/ man musste draufsteigen  – es war sehr hoch  – man musste auf Bündel draufsteigen, um dort etwas zu seh/ um hinauszu- schauen aus diesem / […] die Waggons blieben seit Pruszków verriegelt, während der Fahrt durch ganz Polen. Das heißt, Generalgouvernement, bis in die Tschechei. Oder in die Slowa- kei  – ich weiß nicht, wie wir fuhren. Ob/ wie/ denn das war ja damals die Tschechoslowakei, nicht wahr. Sie brachten uns nach/ dort haben sie uns, glaube ich / sie haben aufgemacht. Denn ich sah damals die ersten zweisprachigen Aufschriften. Aber das war erst, irgendwie am frühen Morgen. Wir fuhren lange, einige Tage lang. Vielleicht drei Tage. Wir könnten drei Tage gefahren sein. Auf jeden Fall bis zum dreiundzwan/ dreiundzwanzigsten August, da haben sie uns hingebracht. Aber dieser 23. August, das weiß ich auch nur aus den Berichten meiner Freundinnen, zum Beispiel dieser Ala. […]» MKC : «Und könnten Sie mir sagen, während dieser Fahrt / Sie sagten, dass Sie nicht / dass keiner wusste, wohin die Fahrt geht. /nein/ Aber, gab es eine Vorahnung oder Gespräche / welche Stimmung herrschte in dem Zug.» IN : «Stimmung, in dem Zug war eine Stimmung –  –  – Niedergeschlagenheit –  –  – / wegen der Krankheiten, die es dort gab. Niedergeschlagenheit/ Familien wurden zerrissen / es gab kann nicht gesagt werden. Ihre Mauthausener Häftlingspersonalkarte weist kein Einweisungsdatum auf, trägt aber das Datum 7. August 1944 als Zeitpunkt der Überstellung an einen anderen, nicht genannten Ort. Individuelle Unterlagen Carla Martini, Doc. No. 1875335, 1.1.26.4, ITS Digital Archive, Arolsen Archives. 34 Baumgartner, Die vergessenen Frauen, S. 122–126. Hierbei handelte es sich um die erkennungsdienstli- che Erfassung für die zivile Zwangsarbeit. Frau Norwa und Frau Rowińska beschreiben in den Interviews das Prozedere ausführlich. Vgl. AMM, MSDP, OH/ZP1/795, Interview mit Irena Rowińska, Interviewe- rin : Monika Kapa-Cichocka, Warschau, 25. 4. 2003, und OH/ZP1/597, Interview mit Irena Norwa geb. Lipczyńska, Interviewerin : Monika Kapa-Cichocka, Warschau, 1./22. 6. 2002. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen Band 2
Titel
Deportiert nach Mauthausen
Band
2
Autoren
Gerhard Botz
Alexander Prenninger
Regina Fritz
Herausgeber
Melanie Dejnega
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21216-4
Abmessungen
16.8 x 23.7 cm
Seiten
716
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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