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Deportiert nach Mauthausen, Band 2
Seite - 468 -
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468 | Helga Amesberger und Brigitte Halbmayr den Ort zur stillgelegten Papierfabrik in Pettighofen getrieben, die für die nächsten Monate bis zur Befreiung ihre Unterkunft sein sollte. Die restlichen 77  Frauen trafen am 27. Jänner 1945 im Stammlager ein und wurden dann nach wenigen Tagen nach Lenzing zur Zwangsarbeit in der Zellwollfabrik weitertransportiert.38 Evakuierungstransporte von Frauen nach Mauthausen Im Februar 1945 soll nach der Auflösung des KZ-Komplexes Auschwitz eine größere Zahl von Frauen über das KZ Groß-Rosen, wahrscheinlich auf mehrere Transporte aufgeteilt, in Mauthausen eingelangt sein. Sie wurden nicht registriert und innerhalb eines Monats nach Bergen-Belsen weitertransportiert.39 Da die Frauen auch in Groß- Rosen nicht registriert wurden, erweist sich eine namentliche Zuordnung von Frauen zu diesen Transporten als sehr schwierig. Auch die Größenordnung der Transporte, die Baumgartner mit rund 3000 Frauen angibt, lässt sich nicht endgültig klären.40 Sind wir in unserem Forschungsbericht (2010) noch diesen Angaben gefolgt, ist hier Kra- nebitter zuzustimmen, der nach kritischer Durchsicht der vorhandenen Quellen diese Zahl als weitaus zu hoch einschätzt.41 Durch die Lebensgeschichte mancher betroffener Frauen wissen wir jedoch, dass sie von Auschwitz aus zu Fuß nach Groß-Rosen in Marsch gesetzt wurden, ohne ausrei- chende Nahrung und Kleidung. Von Groß-Rosen nach Mauthausen ging es in über- füllten Zügen.42 Erinnert werden jedoch vorwiegend die strapaziösen und für viele Häftlinge tödlichen Fußmärsche von Auschwitz nach Groß-Rosen, so auch von der gebürtigen ungarischen Jüdin und damals 16-jährigen Agnes Frank de Klein : «Gut, wir waren drei Monate. Nein, ich glaube, vier Monate dort, in Breslau. Als sie schon hör- ten, dass die Russen im Vormarsch waren, und sahen, dass sie den Krieg verlieren, machten wir uns am 21. Jänner des Jahres ’44, ’45. Nein, es war schon ’45. Im Jahr ’45 und wir waren mehr oder weniger tausend Personen und es kam die Hälfte an, weil es so furchtbar kalt war im Jänner, 21. Jänner, und die, die nicht gehen konnten, brachten sie unterwegs um. Und meine Mutter war jung, sie war 42  Jahre alt, und sie schleifte mich mit, damit ich mich nicht hinsetzte, damit sie mich nicht umbrachten. Gut, so kamen wir in Groß-Rosen an. In Groß-Rosen waren 38 Vgl. Baumgartner, Die vergessenen Frauen, S. 148–159. 39 Baumgartner, Die vergessenen Frauen, S. 162–166. 40 Vgl. Baumgartner, Die vergessenen Frauen, S. 163. 41 Vgl. Andreas Kranebitter : Zahlen als Zeugen. Soziologische Analysen zur Häftlingsgesellschaft des KZ Mauthausen, Wien 2014 (Mauthausen-Studien, 9), S. 166 f. 42 Vgl. Baumgartner, Die vergessenen Frauen, S. 159–166. Im Fortunoff-Archiv befinden sich Interviews mit 35  Frauen, die auch in Mauthausen inhaftiert waren ; sechs von ihnen kamen von Auschwitz über Groß-Rosen dorthin. In unserer Projekt-Datenbank «Meta_Frauen-DB» haben wir aktuell die Namen von 75  Frauen gesammelt, die diesen Weg gegangen sind. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen Band 2
Titel
Deportiert nach Mauthausen
Band
2
Autoren
Gerhard Botz
Alexander Prenninger
Regina Fritz
Herausgeber
Melanie Dejnega
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21216-4
Abmessungen
16.8 x 23.7 cm
Seiten
716
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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