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Deportiert nach Mauthausen, Band 2
Seite - 530 -
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530 | Katarzyna Madoń-Mitzner romantischen Fatalismus, einen aus heutiger Sicht schwer zu akzeptierenden Verzicht auf den gesunden Menschenverstand zugunsten des Dienstes an der Heimat, für die man bereit ist zu sterben, also für eine Überzeugung aus dem 19. Jahrhundert. Der Vater wird in dieser Erzählung als eine Überfigur dargestellt, die hehre Worte spricht und seine Söhne auf dem Altar des Vaterlandes opfert  – «Tut, was eure Pflicht ist». «Wir taten das Unsere. Wir sollten die Verbindung im Abschnitt Kryska zwischen der Ponia- towski-Brücke und dem Czerniakowski-Hafen aufrechterhalten. Außerdem brachten wir Presse und Meldungen in die Zentrale der Pfadfinderpost in der Hoża-Straße. […] Überdies reinigten wir Munition. Wir machten alle Hilfsdienste, die im Aufstand gebraucht wurden. Uns Jüngere zog man nicht zum aktiven Kampf heran, in diesem Abschnitt gab es zu wenige Waffen, wir wurden für andere Aufgaben eingesetzt. Unmittelbar vor dem Ende des Aufstands saß ich einige Tage lang auf einem Wohnblock in der Przemysłowa-Straße  8. Ich hatte die Aufgabe, Meldungen über den Rückzug der deutschen Truppen entlang der Linie Saska Kępa aufzuzeichnen. Und von dort hatte ich eine hervorragende Sicht und ich war Zeuge, wie bei einem Luftangriff die St.-Alexander-Kirche am Trzech-Krzyży-Platz bombardiert und die Poniatowski-Brücke zerstört wurde.» «Die Kämpfe in Powiśle dauerten bis zum 14. September, also so lange wir dort waren. Die Deutschen griffen aus Richtung des Czerniakowski-Hafens, der Łazienkowska-Straße und der Stefan-Batory-Schule an und am 14. September wurde der Angriff durch SS-Truppen und Ukrainer verstärkt. Sie schnitten unsere Straßen von der Przemysłowa und Fabryczna ab und besetzten unser Gelände.» «Auf diese Weise gerieten wir in deutsche Gefangenschaft. Das war schrecklich. Ich befand mich in einer Gruppe von Männern, zusammen mit meinem Bruder, meinem Vater und einem Bruder meiner Mutter. Zuerst trieben sie uns zu einer brennenden Barrikade, die wir unter deutschem Beschuss abtragen mussten. Ich wurde Zeuge, wie mehrere unserer Schick- salsgenossen erschossen wurden. Die, die sich nach Ansicht der Deutschen zu langsam be- wegten, wurden sofort erschossen. Wir mussten eine brennende Barrikade abtragen. […] Ich nahm meine Mütze ab, fasste damit nach den heißen Ziegeln und warf sie zur Seite, so schützte ich meine Finger vor Verbrennungen. Nach weniger als zwanzig Minuten war die Barrikade, die bis zum ersten Stockwerk reichte, vollkommen abgetragen.»38 Wacław Wilk-Wilczyński berichtet Ähnliches. Er wurde schon am 2. August, dem zwei- ten Tag des Aufstands, von den Deutschen festgenommen, entging jedoch knapp dem Tod bei einer Straßenexekution und wurde schließlich mit einer Gruppe von Zivilisten in die Wehrmachtkaserne gebracht, wo er verschiedene Arbeiten verrichten musste : 38 Ebd. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen Band 2
Titel
Deportiert nach Mauthausen
Band
2
Autoren
Gerhard Botz
Alexander Prenninger
Regina Fritz
Herausgeber
Melanie Dejnega
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21216-4
Abmessungen
16.8 x 23.7 cm
Seiten
716
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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