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Deportiert nach Mauthausen, Band 2
Seite - 532 -
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532 | Katarzyna Madoń-Mitzner unter Kontrolle, sie verhängten über den ganzen Stadtteil eine Blockade, führten eine sehr frühe Polizeistunde ein, ein Ausgehverbot und so weiter, also konnten wir nur in unseren Häusern bleiben. Da meine Schwester im Zentrum geblieben war, hielt meine Mutter natür- lich jeden Tag nach ihr Ausschau. Sie weinte, als sie den Feuerschein über dem brennenden Warschau am anderen Weichselufer sah. Also spielte sich das ganze Leben zu Hause ab, wir hatten nur manchmal Kontakt mit unseren Nachbarn.»41 Wieder anders schildert Henryk Matulko, der erst als Kind aus Frankreich nach Polen gekommen war, seine Erlebnisse. Er bewertet den Warschauer Aufstand auch anders. Seine Sicht ist die eines verzweifelten Zivilisten. «In den ersten Tagen des Aufstands gelangten schreckliche Nachrichten über die Kämpfe im Bezirk Wola zu uns. Das war ja sehr nahe. Dort wüteten deutsche Truppen, sie töteten die Bevölkerung und setzten die Häuser in Brand. Anfang August, am fünften oder sechsten Tag des Aufstands rückten die Deutschen zur Chłodna-Straße vor. Und wir wohnten da in der Nähe, direkt an der Mirowska-Markthalle. Die Bevölkerung floh und erzählte schreckliche Dinge, wie die Deutschen töteten, brandschatzten und mordeten.» «Schließlich packte unsere ganze Familie ein paar Bündel zusammen und wir flohen. Wir wollten Richtung Zentrum, aber das gelang uns nicht. Und schließlich gelangten wir in die Altstadt in die Freta-Straße  24. Ein Freund aus unserem Wohnblock hatte dort Verwandte, also fand man für uns einen Platz im Keller. Dort hausten wir beinahe bis Ende August.» «Die Deutschen waren schon sehr nah herangekommen, sie machten sich an die Altstadt heran. Es gab Bombardierungen, schreckliche Dinge. […] Da wir in diesem Keller nicht mehr länger bleiben konnten und die Deutschen eine Bekanntmachung herausgegeben hatten, dass man auf die deutsche Seite Warschaus wechseln dürfe  – es war schon das Ende des Aufstands in der Altstadt  –, entschlossen wir uns mit der ganzen Familie auf die deutsche Seite zu gehen. […]» «Unsere ganze Familie, wir alle fünf, gingen auf die deutsche Seite. Wir wurden zusammen mit einer ganzen Marschkolonne in den Stadtteil Wola geschickt, in die St.-Wojciech-Kirche. Dort blieben wir eine oder zwei Nächte, bis sich mehr Personen angesammelt haben. Dann wurde die gesamte Kolonne von einigen Hundert Personen zum Bahnhof geführt und von dort mit einem Zug ins Lager nach Pruszków transportiert. Wir waren dort in Hallen unter- gebracht, schliefen auf dem nackten Boden und warteten, was die Deutschen mit uns machen würden. Wir durften diese Hallen nicht verlassen. Es zeigte sich, dass von unserer Halle alle für den Transport ins KZ-Lager vorgesehen waren. Es war noch nicht vom Lager die Rede, man sprach von Zwangsarbeit.» 41 AMM, MSDP, OH/ZP1/596, Interview mit Michał Fertak, Interviewerin : Monika Kapa-Cichocka, War- schau, 26. 6./3. 9. 2002. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen Band 2
Titel
Deportiert nach Mauthausen
Band
2
Autoren
Gerhard Botz
Alexander Prenninger
Regina Fritz
Herausgeber
Melanie Dejnega
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21216-4
Abmessungen
16.8 x 23.7 cm
Seiten
716
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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