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Deportiert nach Mauthausen, Band 2
Seite - 538 -
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538 | Katarzyna Madoń-Mitzner die die weiblichen Häftlinge erzeugt hatten, bedrückte mich ; ich war verängstigt und ver- zweifelt. […]» «Dann begann ich, mich nach meiner Mutter umzusehen, und ich weiß nicht, wie es kam, aber wir haben uns in einer Frauenbaracke getroffen. Ich habe gesehen, dass meine Mutter total niedergeschlagen war. Und dann haben sie mich auch noch aufgerufen und mitgenom- men. Meine Mutter wusste nicht, was mit mir passiert, sie begann zu lamentieren.» «Sie brachten mich zusammen mit weiteren sechs oder sieben Jungen in das Männerlager nach Birkenau, es war Nacht, sie haben uns in einer leeren Baracke untergebracht und uns befohlen, zu schlafen. In aller Herrgottsfrüh trieben sie uns zum Appell. Dort traf ich mei- nen Vater. Lang waren wir nicht in diesem Auschwitz, denn schon Anfang September wurde eine Gruppe Männer zusammengestellt und ein Transport organisiert, wie sich später her- ausstellte, nach Mauthausen.» «Mein Vater trug ein Binokel. Sie trieben uns auf die Rampe, zu den Waggons, wo SS-Männer standen. Einer von ihnen ging auf meinen Vater zu, schlug ihm ins Gesicht, riss ihm die Brille ab, warf sie auf den Boden und zertrat sie. Wenn ich selbst ins Gesicht geschlagen worden wäre, wäre es leichter zu ertragen gewesen. Aber als mein Vater vor meinen Augen geschlagen wurde, das war ein ganz anderer Schmerz. Kein körperlicher, sondern ein seelischer.» «Sie trieben uns in die Waggons. Der Weg war lang, wir hielten irgendwo in Böhmen an. Wir drängten uns an die kleinen Fensterchen, um etwas Luft zu schnappen, es war nämlich sehr stickig. Jeder wollte an dieses Fensterchen kommen. Wir gingen abwechselnd hin. Noch hatten die Menschen die Mentalität aus der Zeit vor dem Lager, noch war einer dem anderen nicht ein Wolf, noch half man einander.» «Die Aussicht aus diesem Fensterchen war ziemlich niederschmetternd. Grüne Wiesen, auf denen Kühe weideten, die Menschen gingen herum und wir hier blickten durch ein vergitter- tes Fenster und fuhren ins Ungewisse.»52 Ankunft in Mauthausen Bei der Ankunft sah Wacław Wilk-Wilczyński das Schild am Bahnhof : «Wir lesen : Mauthausen. Manche wussten, dass das ein Todeslager ist.» Jerzy Pol hatte von Maut- hausen gehört, «aber ich war mir der Tragik meiner Situation nicht bewusst». Henryk Matulko erinnert die Ankunft im Rahmen seiner starken familiären Bindung : 52 AMM, MSDP, OH/ZP1/739, Interview Matulko. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen Band 2
Titel
Deportiert nach Mauthausen
Band
2
Autoren
Gerhard Botz
Alexander Prenninger
Regina Fritz
Herausgeber
Melanie Dejnega
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21216-4
Abmessungen
16.8 x 23.7 cm
Seiten
716
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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