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Deportiert nach Mauthausen, Band 2
Seite - 556 -
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556 | Alexander Prenninger Der Belgier Paul Brusson war nach seiner Verhaftung im April 1942 dagegen über Mauthausen nach Natzweiler gekommen. Die Evakuierung von Natzweiler nach Dachau beschreibt er nur in kurzen Worten : «Und dann hat man das Lager evakuiert. Wir sind [zum Bahnhof] hinuntergegangen, auf halbem Weg, in der Nacht, umgekehrt. Wir sind so in den Baracken geblieben. Und dann sind wir wieder hinunter. Und wir sind in Dachau.»54 Brusson wurde in das Dachauer Außenlager Allach überstellt. Eu- gène Goerens dagegen wurde nach Auschwitz weitertransportiert und kam im Jänner 1945 im Zuge der Evakuierung von Auschwitz nach Mauthausen. Erste Evakuierungstransporte aus Auschwitz und die Auflösung des KZ Płaszów In die Frühphase der KZ-Evakuierungen fallen auch jene Häftlingstransporte, mit de- nen ab Mai 1944 Zehntausende polnische, sowjetische und jüdische Häftlinge aus den Konzentrationslagern Auschwitz und Płaszów in Konzentrationslager auf dem Gebiet des «Altreichs» und Österreichs verbracht wurden. Allein aus Auschwitz wurden ca. 65.000 Häftlinge in andere Konzentrationslager überstellt  – dem polnischen Historiker Andrzej Strzelecki zufolge war dies «der sichtbare Beginn der Evakuierung».55 Pläne für die Evakuierung von Auschwitz lagen spätestens ab September/Oktober 1944 vor und gingen auf die Angst vor einem Aufstand unter den Häftlingen zurück. Auslö- ser für diese Planungen, die vom Gauleiter von Oberschlesien, vom Höheren SS- und Polizeiführer (HSSPF) in Breslau und von der Lagerkommandantur gemeinsam erar- beitet wurden, waren nach Strzelecki die Befreiung des KZ Majdanek und der Beginn des Warschauer Aufstandes. Etwa zeitgleich wurden auch Pläne zur Evakuierung der ca. 100.000 in Oberschlesien befindlichen Kriegsgefangenen ausgearbeitet, die jedoch aufgrund ihrer Zerstreuung auf zahlreiche Arbeitslager als eine geringere Gefahr als die «konzentrierte Häftlingsmasse» von ca. 110.000 Häftlingen im Stammlager Ausch- witz, in Birkenau und in Monowitz angesehen wurden und erst im «Notfall» evakuiert werden sollten.56 Im Fall von Płaszów waren die östlich gelegenen Außenlager bereits Ende Juli 1944 von der Front bedroht und mussten geräumt werden ; zur gleichen Zeit begannen je- doch auch schon die Häftlingstransporte aus dem Stammlager nach Westen. Einer die- ser Räumungstransporte führte auch nach Mauthausen : Am 10. August wurden dort 4589 jüdische Männer aus Płaszów registriert.57 Über die Umstände dieses Transports berichtet Jack Betteil : 54 AMM, MSDP, OH/ZP1/833, Interview Brusson, Z. 832–834. 55 Andrzej Strzelecki : Endphase des KL Auschwitz. Evakuierung, Liquidierung und Befreiung des Lagers, Oswięcim 1995, S. 93. 56 Ebd., S. 94. 57 Angelina Awtuszewska-Ettrich : Płaszów  – Stammlager, in : Benz/Distel (Hg.), Ort des Terrors, Bd. 8, S. 235– 287, hier 257 u. 278–280. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen Band 2
Titel
Deportiert nach Mauthausen
Band
2
Autoren
Gerhard Botz
Alexander Prenninger
Regina Fritz
Herausgeber
Melanie Dejnega
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21216-4
Abmessungen
16.8 x 23.7 cm
Seiten
716
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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