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Deportiert nach Mauthausen, Band 2
Seite - 560 -
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560 | Alexander Prenninger nicht. Woher hätten wir das wissen sollen ? Sie haben uns nicht Bericht erstattet, wir mussten tun, was uns angeordnet wurde. Wir sind also überstellt worden.»64 Wie die Auswahl der Frauen vor sich ging, erzählt Hedwika Pace im Detail. Sie berich- tet, dass ein deutscher Industrieller ins Lager kam, die Frauen zuerst duschen gehen mussten und sich dann nackt präsentieren mussten. «Aber, du musstest dich umdrehen und, du, nie durftest du, du durftest nichts, keinen Makel oder so was an deinem Körper haben, wissen Sie, und so wurdest du ausgewählt, jede von uns hatte fast dieselbe Größe, gleich groß, und wir sahen alle gleich aus. – Da waren keine, wissen Sie, kleinen Menschen oder so was, wir waren alle gleich/ ungefähr gleich groß. Und meine Schwester, meine ältere Schwester und ich, wir wurden, wir wurden ausgewählt, aber meine jüngere Schwester nicht, weil sie einen Ausschlag auf ihrem Körper hatte, ich weiß nicht, warum sie diesen Ausschlag hatte, aber sie wurde, sie wurde zur Seite geschoben. –  – Und wir wurden/ denen, die sie auswählten, sagten sie : Du auf die Seite, und du auf die Seite. […] Und dann am nächsten Tag, ah, sagte der Dolmetscher, dass, ah –  – dass wir arbeiten werden für diesen –  – wie immer der hieß. Mr. Farben, Herr, Mister ?, Farben ? Und dass wir in seiner Fabrik arbeiten würden. Also, wir dachten, das ist ein Segen, weil wenigstens sind wir hier raus. –  – Also wenigstens kamen wir auf diese Weise raus aus Auschwitz. – Und wir wurden in den,  – wir wurden in den, in den Zug verfrachtet, das gleiche, wissen Sie, das glei- che A-Arrangement,  – es war nicht, ah, es war der gleiche Zug, wie ein Viehwaggon, was auch immer. Und wir kamen, wir brachten, wir wurden in  – nach Hirtenberg gebracht.»65 Die Erzählungen über die Frauentransporte nach Hirtenberg und Lenzing gleichen damit eher den Berichten zu den zahllosen Überstellungen von einem ins andere Lager. Außerdem scheint die Häftlingskategorie im Gegensatz zu den Erzählungen der Männertransporte aus Płaszów und Auschwitz eine Rolle gespielt zu haben, da sich im Transport nach Hirtenberg fast ausschließlich politische Häftlinge  – vor allem aus der Sowjetunion, Polen und Italien  – befunden haben, im Transport nach Lenzing dagegen überwiegend ungarisch-jüdische Frauen. Die Warschauer Transporte Zu den Evakuierungstransporten des Jahres 1944 zählen auch jene Transporte, mit denen Ende August, Anfang September 1944 ca. 8700 Personen, die nach der Nieder- schlagung des Warschauer Aufstandes über das Durchgangslager Pruszków nach Maut- hausen deportiert wurden  – zum Teil direkt, zum Teil über Auschwitz. Bereits wäh- 64 AMM, MSDP, OH/ZP1/035, Interview Michailowna, Übersetzung, Z. 933–938. 65 AMM, MSDP, OH/ZP1/441, Interview mit Hedwika Pace, Interviewerin : Elisabeth Pozzi-Thanner, West Kears, UT, 27. 10. 2002, Übersetzung, Z. 452–493. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen Band 2
Titel
Deportiert nach Mauthausen
Band
2
Autoren
Gerhard Botz
Alexander Prenninger
Regina Fritz
Herausgeber
Melanie Dejnega
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21216-4
Abmessungen
16.8 x 23.7 cm
Seiten
716
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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