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Deportiert nach Mauthausen, Band 2
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591Evakuierungslager Mauthausen | det wurden. Das Beispiel des Transports von Dnepropetrowsk nach Mauthausen im Oktober 1943 belegt, dass Lagerevakuierungen nicht erst mit dem Auflösungsprozess der WVHA-Lager begannen, sondern bereits früher ein Evakuierungsmuster entstand, das für die Konzentrationslager übernommen wurde. Mauthausen übernahm ab Mitte 1944 eine wichtige Rolle als Evakuierungslager, die in der letzten Phase des Krieges, von Jänner bis Anfang Mai 1945, zunahm. Diese Funktion erklärt sich vor allem aus der geografischen Lage, das heißt der größtmög- lichen Entfernung zu den sich nähernden Fronten. Das enorme Anwachsen der Häft- lingszahl im Stammlager und in den Außenlagern führte spätestens ab Herbst 1944 und besonders ab dem Winter 1944/45 zu teilweise katastrophalen Mangelzuständen im Lager. Diese sowie gezielte Mordaktionen an den durch Zwangsarbeit, Unterernäh- rung, Krankheiten und auch die Folgen der Evakuierungstransporte schon geschwäch- ten Häftlingen führten zum Tod von Tausenden. Die Evakuierung war für viele Häftlinge keine einmalige Erfahrung, sondern ein wiederkehrendes Phänomen. Sieht man sich die Evakuierungswege von in Mauthausen befreiten Häftlingen an, fällt auf, dass diese teilweise direkt aus evakuierten Lagern nach Mauthausen transportiert wurden, viele jedoch über mehrere Zwischenstationen immer wieder evakuiert wurden. Exemplarisch dafür stehen etwa die Häftlinge der SS-Baubrigade  I, deren Evakuierungsweg von Ende Juni 1944 bis Anfang Mai 1945 von Alderney über Belgien und Thüringen in das Außenlager Steyr führte, oder die «Kovno Boys», die Mitte Juli 1944 von Kaunas über Stutthof nach Landsberg evaku- iert, dann nach Auschwitz überstellt und im Jänner 1945 nach Mauthausen gebracht wurden. Für viele nach Mauthausen überstellte Häftlinge endete die Odyssee durch die nationalsozia listischen Konzentrationslager erst mit der Auflösung der Mauthause- ner Außenlager, in Ost- und Südostösterreich. So auch im Fall des Ukrainers Nicho las Stashko, der im Januar 1945 von Auschwitz in das Mauthausener Außenlager Melk evakuiert worden war und seine Erfahrungen folgendermaßen formuliert : «Melk dau- erte nur einige Wochen. Ah, und schon wieder Evakuierung.»157 Der KZ-Komplex Mauthausen blieb für die meisten der Überlebenden, die im Rahmen des MSDP inter- viewt worden sind, das letzte Lager. 157 AMM, MSDP, OH/ZP1/447, Interview mit Nicholas Stashko, Interviewerin : Elisabeth Pozzi-Thanner, Arlington Heights, IL, 15. 1. 2003, Transkript, Z. 615 f. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen Band 2
Titel
Deportiert nach Mauthausen
Band
2
Autoren
Gerhard Botz
Alexander Prenninger
Regina Fritz
Herausgeber
Melanie Dejnega
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21216-4
Abmessungen
16.8 x 23.7 cm
Seiten
716
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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