Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
Der Filmkomponist Max Steiner - 1888 - 1971
Seite - 215 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 215 - in Der Filmkomponist Max Steiner - 1888 - 1971

Bild der Seite - 215 -

Bild der Seite - 215 - in Der Filmkomponist Max Steiner - 1888 - 1971

Text der Seite - 215 -

3-5- Die Musik 215 die Notenwerte und die interpretierte Schwere erreicht. Steiner hat die Notenwerte der Hymne verdoppelt, also aus der punktierten Viertelnote des ersten Taktes macht er eine punktierte Halbe, aus den Achteln macht er Viertel. Im Verhältnis zum vorangehenden Dreivierteltakt zieht er in etwa einen gleichbleibenden Grundpuls durch, da die Vier- tel des Dreivierteltaktes in Tempo 124 ungefähr den Vierteltriolen in Tempo 100 ent- sprechen. Es liegen lediglich tempomäßig „gefühlte" Welten zwischen diesen drei Teilen; technisch-musikalisch sind sie nahe beieinander. Damit dieser Höreindruck der quälen- den Langsamkeit entsteht, ist es wichtig, wie die geschriebene Partitur interpretiert wird. Da ist der Dirigent gefragt. So entsteht aus einer scheinbar einfach konstruierten musi- kalischen Logik ein dramaturgisch überzeugendes Stück Musik. Die Melodie unterlegt Steiner mit verminderten Akkorden, und zwar zunächst E ver- mindert, dann G vermindert und zum Schluss B vermindert. Sie verliert dadurch alles Glanzvolle, das einer Hymne eigentlich innewohnt, und bekommt etwas Ungewisses, Bedrohliches. Dieses Ungewisse wird dadurch verstärkt, dass auch hier nur ein kleiner Abriss des ganzen Themas kommt. Diesen sequenziert Steiner um einen Ganzton nach oben. Er erhält so eine achttaktige Passage. Da diese verminderten Akkorde dieselben Töne enthalten, bekommt diese Folge den Charakter von Umkehrungen. Der Bass jedoch folgt nicht dem harmonischen Rhyth- mus der Harmoniestimme, der zunächst zweitaktig und dann zweimal eintaktig ist. Zu- nächst bleibt das F in der Bassstimme, als Pedalton. Im vierten Takt jedoch haben wir ein Fis, was ein überraschendes Spannungsmoment bedeutet. Die gleiche Idee verwendet Steiner auch in der Sequenz einen Ganzton höher, also mit den Harmonien F#, A und C vermindert. Im zweiten Takt beugt er die Melodie wegen des verminderten Akkordes nach B. Das C im nächsten Takt ist bereits ein Spannungston (tension) in Bezug auf den Akkord Gdim. Das Gleiche im nächsten Takt. Das A ist ein Spannungston von Bbdim. Dies, verbunden mit der chromatischen Bassfortschreitung, die den Charakter eines Vorhal- tes bekommt, bedeutet im energetischen Sinn eine wachsende Spannung im Verlauf der Melodie.
zurück zum  Buch Der Filmkomponist Max Steiner - 1888 - 1971"
Der Filmkomponist Max Steiner 1888 - 1971
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Der Filmkomponist Max Steiner
Untertitel
1888 - 1971
Autor
Peter Wegele
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
302
Schlagwörter
Film Music, Biography, Cinema, Musical science, Musicology, History of Music
Kategorie
Biographien
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Der Filmkomponist Max Steiner