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Der Filmkomponist Max Steiner - 1888 - 1971
Seite - 245 -
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4- Zusammenfassung 245 ist der orchestrator als der verlängerte Arm des Komponisten anzusehen, der nur dessen Ideen umzusetzen hat. Aufgrund der großen Menge an Filmen, die er mit Musik zu ver- sehen hatte, und des großen Zeitdrucks, unter dem er etliche Jahre stand, hat Steiner seine Vorgehensweise stets optimiert und weiterentwickelt. Wenn Steiner mit einer Filmmusik begann, war es ihm zunächst wichtig, sich den Film erst dann anzusehen, wenn er fertig geschnitten war. So konnte er sich sofort an die Arbeit machen, ohne fürchten zu müssen, dass der Film noch umgeschnitten würde. Nachdem er den Film also erst einmal alleine ansah, um ihn ungestört auf sich wirken lassen zu können, und danach erste Themen entwarf, sah er ihn ein zweites Mal zusam- men mit Regisseur und Produzent bei der sogenannten spotting Session an, bei der die Einsätze und Längen der Musik festgelegt wurden. Wenn diese musikalischen Einsatz- punkte geklärt waren, ging Steiner den Film ein drittes Mal durch, diesmal Rolle für Rolle. Zusammen mit seinem Musical Editor legte er dann framegenau die Musik an. Danach wurde ein sogenanntes Click Sheet angefertigt, in etwa eine Szenenfolge mit Metronomangaben. Steiner hat im Gegensatz zu Korngold und Newman seine meisten Filmmusiken mit Klick eingespielt, ein Prinzip, welches er perfektionierte. Durch seine konzentrierte, rationelle Arbeitsweise schaffte er es stets, die engen Zeitpläne der Studios einhalten zu können. Ein sehr guter Film, um die Arbeitsweise Steiners zu demonstrieren, ist Casablanca. Steiner als Festangestellter von Warner Bros, musste diese Musik schreiben, ohne dabei den persönlichen Ehrgeiz darunterzusetzen, den er beispielsweise bei King Kong oder Gone With the Wind hatte. Die Musik für Casablanca hat formelhafte Strukturelemente, man sieht hier die musikalischen Methoden Steiners in ihrer reinen, destillierten Form. Seinen rationellen Arbeitsstil sieht man sofort in seinen Skizzen für die Musik zu Casablanca. Gleich zu Beginn gibt es die Anweisung von Steiner: copy from reelxx bar xx to bar xx. Dies bedeutet, dass der Orchestrierer Hugo Friedhofer von der entsprechen- den Filmrolle diese Takte zu kopieren hatte und diese in die orchestrale Textur einpassen sollte. An mehreren Stellen gibt es dazu noch die Angabe, von anderen Filmen entspre- chende Takte zu kopieren, eventuell auch noch transponiert. Es waren die Filme Now, Voyager, Confessions ofa Nazi Spy, The Charge ofthe Light Brigade, The Life of Emile Zola und Tovarich. Da jedoch die orchestrale Textur stringent ist und der Duktus der Musik dem des Filmes folgt, bekommt der Zuhörer in keinem Moment den Eindruck eines musikalischen Fleckenteppichs. Die Musik wirkt wie aus einem Guss. Dies sind Steiners wichtigste musikalische Stilmittel: Als erstes und wichtigstes ist das Prinzip der Leitmotivik zu nennen. Der Kompo- nist, der am stärksten mit diesem Gestaltungsprinzip in Verbindung gebracht wird, ist Richard Wagner. Steiner hat sich selber einmal direkt auf dieses Vorbild berufen:
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Der Filmkomponist Max Steiner 1888 - 1971
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Der Filmkomponist Max Steiner
Untertitel
1888 - 1971
Autor
Peter Wegele
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
302
Schlagwörter
Film Music, Biography, Cinema, Musical science, Musicology, History of Music
Kategorie
Biographien
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