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Der Filmkomponist Max Steiner - 1888 - 1971
Seite - 257 -
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6.1. Vergleich der musikalischen Besonderheiten von Max Steiner 257 Auch Hansjörg Pauli sieht die Moodtechnik eher als ein Erbe der Stummfilmzeit an, während „Steiners Verfahren" nur durch die Innovationen des Tonfilms möglich seien.178 Gemeint ist hier vor allem die Möglichkeit der sekundengenauen Synchronisierung von Bild und Musik. Dabei verwendet Steiner in seiner Musik durchaus viele Elemente der mood technique. Allein die Verarbeitung des Themas von As Time Goes By enthält die verschiedensten Stimmungsnuancen, allerdings stets in perfekter Übereinstimmung mit dem Bild bzw. mit der Handlung. Aber auch bei Newman sind Elemente des Mi- ckey Mousing vorhanden. Während Steiner allerdings fast ausschließlich mit Klick ar- beitete, um so die Musik tatsächlich sekundengenau an das Bild anpassen zu können, spielte Newman, wie übrigens auch Korngold, die Musik am liebsten ohne Klick ein. David Raksin nennt Alfred Newman auf seiner Americancomposers-^/ebsite den Meister des Rubatodirigierens. Im Gegensatz zu Steiner betätigte sich Newman auch außerhalb der Filmwelt, nahm sowohl Easy-Listening-Musik auf als auch klassische Konzerte. So produzierte er die berühmte Ersteinspielung der Schönberg-Streichquartette durch das Kolisch-Quartett. Franz Waxman Waxman war kein öffentlich bestauntes Wunderkind wie Steiner oder Korngold. Er hat gegen den anfänglichen Willen seiner Eltern in Dresden und Berlin Musik studiert. Er verdiente sein Geld als Jazzpianist mit einer der berühmtesten Gruppen jener Zeit, mit den Weintraub Syncopators. Friedrich Holländer brachte ihn mit Musikern wie Bruno Walter zusammen, da Wachsmann (so war sein ursprünglicher Name) ein großes Inte- resse an konzertanter Musik hatte. Bevor er nach Amerika kam, arbeitete er in Berlin als Arrangeur für die UFA. So lieferte er die Orchestrierung für Sternbergs Blauen Engel (1930). 1933 schrieb er seine erste Filmpartitur für den Film Liliom von Fritz Lang, die durch viele moderne Ideen, wie die Verwendung von Elektronik und menschlicher Stim- men auffällt. Anders als Korngold und Steiner war Waxman ein tatsächlicher Flücht- ling. Nachdem er 1934 auf offener Straße zusammengeschlagen worden war, floh er aus Deutschland. Seine erste große Filmmusik in den USA war 1935 für The Bride Of Fran- kenstein. Diese Musik, ein Novum, schaffte es, über zehn Jahre als musikalische Matrix für dutzende ähnlicher Genrefilme zu dienen. Auch Waxman konzipierte seine Musik in Leitmotiven. Seine sinfonische Sprache ist, wie bei den anderen, also Steiner, Korn- gold und Newman, die der europäischen Spätromantik. Allerdings begann er als Jazz- pianist schon bald, unter dem Einfluss von Gershwin, jazzige Elemente zu verarbeiten. Vgl. Maas/Schudack. S. 275.
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Der Filmkomponist Max Steiner 1888 - 1971
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Der Filmkomponist Max Steiner
Untertitel
1888 - 1971
Autor
Peter Wegele
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
302
Schlagwörter
Film Music, Biography, Cinema, Musical science, Musicology, History of Music
Kategorie
Biographien
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