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Mobile Culture Studies The Journal
Mobile Culture Studies - The Journal, Band 1/2015
Seite - 174 -
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174 Mobile Culture Studies. The Journal 1 2o15 Philipp Mettauer | Die Überfahrt österreichischer Jüdinnen und Juden nach Südamerika Zwischenstopp war Santos (Brasilien) und am 16. September kamen wir in Montevideo an, wo die argentinischen Einwanderungsbehörden an Bord kamen. Schließlich, nach 17 Tagen Seefahrt kamen wir im hafen von Buenos Aires an.“ (Strauss & Lammroth 2001) Unter denjenigen, die sich in ähnlicher Lage auf der flucht befanden, wurden so manche freundschaften geschlossen, die ein Leben lang halten konnten. Jorge hacker beispielsweise feiert heute noch alljährlich gemeinsam mit franz und Elisabeth Tabak den dritten September, das Ankunftsdatum in Buenos Aires. Die beiden familien aus Wien, die der Zufall in Genua zusammen gebracht hat, sind gemeinsam aufs Schiff gekommen und wie die Landungslisten aus dem Archiv der Einwanderungsbehörde zeigen, in denen sie hinter einander aufscheinen, auch gemeinsam ausgestiegen und bei der Registrierung in der Schlange gestanden.5 Abschied, Abfahrt und Überfahrt Anhand der Briefe der familien Leist und Wang - unmittelbar vor oder nach der Abfahrt, teil- weise an Bord der Überseedampfer geschrieben - lässt sich die nervenzerreißende Zeit zwischen dem Entschluss zu emigrieren und der endgültigen Ausreise anschaulich darstellen. Im Zweifel, einander jemals wieder zu sehen, fiel der familie der Abschied dermaßen schwer, dass sie trotz der drängenden Situation in der „Ostmark“ die Abreise immer wieder verschob. Behördliche Schikanen verursachten darüber hinaus ebenso Verzögerungen wie friedrich Leists geschwäch- ter Gesundheitszustand nach seiner Entlassung aus Dachau. Am 1. April 1939 schiffte sich Trude Wang mit ihren zwei Kindern schließlich auf der eng- lischen „Almanzora“ in cherbourg ein. Ihre Schwester Stella und ihr Schwager friedrich Leist schickten folgenden ersten Brief von Wien nach Argentinien, der eindrucksvoll die Aufregun- gen der letzten Tage und Wochen vor der Abfahrt dokumentiert: 5 Siehe auch die Online-Datenbank des Centro de Estudios Migratorios Latinoamericanos, http://cemla.com/ buscador [accessed 14.3. 2015] Abb. 6. „Trude Wang abor- dov apor Almanzora Monte- video“. Die Kommunikati- on an Bord mit der Außen- welt hatte große Wichtig- keit, wie dieses Telegramm dokumentiert. „Erwarte meinen telefonischen Anruf Montevideo, Wang“. Aus der Sammlung von Edith Wang de Neustadt, Buenos Aires
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Mobile Culture Studies The Journal, Band 1/2015
Titel
Mobile Culture Studies
Untertitel
The Journal
Band
1/2015
Herausgeber
Karl Franzens University Graz
Ort
Graz
Datum
2015
Sprache
deutsch, englisch
Lizenz
CC BY 4.0
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
216
Kategorien
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