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Mobile Culture Studies The Journal
Mobile Culture Studies - The Journal, Band 1/2015
Seite - 175 -
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Mobile Culture Studies. The Journal 1 2o15 Philipp Mettauer | Die Überfahrt österreichischer Jüdinnen und Juden nach Südamerika 175 „heute kommst Du in Buenos Aires an! Gott sei Dank! […] Jetzt wissen wir nicht, wann wir fahren sollen. Die englische Linie nimmt erst ab 15.5. Buchungen entgegen und zwar für die Alcantara am 10.6. Das eng- lische Permit [das Durchreisevisum] ist noch immer nicht hier. [...] friedl fürchtet die Ereignisse und möchte gerne so bald als möglich weg. Wenn gar nichts anderes geht, soll friedl vorfahren und ich werde hier auf den Lift [container mit Umzugsgut] und aufs Permit warten. […] Wir lernen weiter Spanisch. [...] Ich komme aus den Aufregungen nicht heraus. Wir haben noch so viel zu erledigen, mit den Schiffahrtskarten ist es ein rechtes Kreuz. Ich kann augenblicklich (außer nach Italien) nirgends hinfahren, aber was mache ich in Genua, wenn in den nächsten Tagen doch das Permit für England kommt? Dennoch werde ich mich dazu entschließen, da ich es hier vor Nervosität nicht mehr aushalte. [...] habe große Sorgen, dass uns unser Umzugsgut viel Zoll kosten wird und wir mit dem Geld vielleicht ein paar Monate hätten leben können. […] Nur müssen wir da mit einem deutschen Schiff fahren, da die englischen keine Mark nehmen. Unangenehm! Also, vielleicht fahren wir mit der ‚cap Arcona’, Abfahrt 16.5. – Ankunft 1.6. oder ‚Antonio Delfino’, Abfahrt 26.5. – Ankunft 19.6., mit einem der zwei Schiffe.“ 6 Die Überfahrt von Stella und Friedrich Leist auf der Cap Arcona Stella und friedrich Leist hatten die cap Arcona gewählt und gingen am 16. Mai 1939 in ham- burg an Bord. Der deutsche Schnelldampfer symbolisiert stellvertretend tragische und zum Teil 6 Brief von Stella und friedrich Leist (Wien) an Trude Wang (Santa fe), 21.4.1939. Abb. 7. Briefe fliegen über den Ozean (Kallab 1935) Die Wichtigkeit der postalischen Kommunika- tion illustriert die Aussage eines Berliner Ehe- paares: „Man gab uns zwei Optionen: Austra- lien oder Argentinien. Beide Länder waren uns unbekannt. Wir hatten einige Englischkennt- nisse, aber wir konnten kein Wort spanisch. Aber wir wußten, daß ein Brief zirka fünfzehn Tage braucht von Australien, aber nur drei Tage von Berlin nach Buenos Aires. Da sagten wir uns: „Australien ist so weit weg, gehen wir nach Argentinien!‘“ (Schwarcz 1995, 65)
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Mobile Culture Studies The Journal, Band 1/2015
Titel
Mobile Culture Studies
Untertitel
The Journal
Band
1/2015
Herausgeber
Karl Franzens University Graz
Ort
Graz
Datum
2015
Sprache
deutsch, englisch
Lizenz
CC BY 4.0
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
216
Kategorien
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