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Mobile Culture Studies The Journal
Mobile Culture Studies - The Journal, Band 2/2016
Seite - 166 -
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166 Mobile Culture Studies. The Journal 2 2o16 Céline Bobillon, Jan Lange, Sophie Petzelberger | Mobilität, Migration, Gesellschaft land restriktiver Regierungstechnik zu Grunde liegen. Durch die rassistische Argumentation kann effektiv die Mehrheitsgesellschaft reguliert werden und gleichzeitig werden Sozialleistun- gen für bestimmte EU-Bürger_innen eingeschränkt. So werden Rom_nja stark diskriminiert, obwohl sie als EU-Bürger_innen Freizügigkeit genießen sollten. Sowohl Anna Lipphardt (Frei- burg) als auch Persefoni Myrtsou (Berlin/Athen/Istanbul) beschäftigen sich in ihren Vorträgen mit der Schnittstelle zwischen Kunst, Grenzen und Mobilität. Myrtsou stellt insbesondere die Frage nach sozialen und künstlerischen Praxen geflüchteter Künstler_innen im urbanen Raum der Städte Athen und Istanbul. Lipphardt hinterfragt ihrerseits die Chancen und Einschrän- kungen von Mobilität als metaphorische und praktische Überschreitung und Auslotung der Grenzen in der künstlerischen Praxis. Zusammenfassend wird im ersten Panel die Relevanz der historischen Betrachtung von (Grenz-)Forschung und klassifizierenden Begriffen anhand verschiedener Beispiele verdeutlicht. Besonders der Ansatz der Un-Ordnung erfährt unter den Teilnehmenden großen Zuspruch. Das zweite Panel des Tages, „The Tourist Revisited”, wird von Noel Nicolaus (Berlin) eröff- net. Er diskutiert die Heterogenität touristischer Migrationen aus mediterranen Krisenregio- nen der Europäischen Union. Im Anschluss deutet Andrej Holm (Berlin) die Wechselwirkung zwischen Tourismus und Stadtentwicklung am Beispiel des Berliner Wohnungsmarktes. Die Touristifizierung und die Multiplikation von Ferienwohnungen sind nach ihm nicht die Ursa- che der Gentrifizierung, sondern ein Ausdruck grundlegender Veränderungen stadtpolitischer Verhältnisse. Die anschließenden Vorträge von Manfred Pfaffenthaler (Graz), Fabian Engler (Frankfurt/Oder) und Can Sungu (Berlin/Istanbul), sowie Michael Zinganel (Wien) situieren sich entlang der sogenannten Westbalkanroute. Pfaffenthaler vergleicht die ehemalige Gast- arbeiter_innenroute mit der heutigen Westbalkanroute in der Steiermark in Bezug auf Span- nungsfelder zwischen Anrainer_innengesellschaften und Transitmigration. Engler und Sungu stellen ihr Kunstprojekt „Sıla Yolu” vor. Dieses beschreibt, aus der Perspüektive des Ferientransits in die Türkei, die Autobahn als flüchtigen Raum. Dieser wird durch generationsübergreifende Imaginationen und Narrative aufgeladen und konstruiert. Zinganel illustriert sein Bestreben, mit einem Ausstellungsprojekt zu Verkehrskorridoren und Knotenpunkten transnationaler Mobilität und Migration die Tourismusforschung zu positionieren. Zugleich diskutiert er die Möglichkeiten der Kunst und Kartografie als innovatives Werkzeuge für das wissenschaftliche Forschen und Schreiben. Ein weiteres Werkzeug, so Johanna Stadlbauer (Klagenfurt), ist die Selbstreflexivität bezüglich der eigenen Mobilitätserfahrungen für eine (herrschafts-)kritische Forschung. Zum Abschluss des Panels wird der ethnographische Videoessay „This is Europe“ von Michael Westrich (Berlin) gezeigt und diskutiert. Westrich untersucht in seiner Forschung im Süden Spaniens den Kontrast zwischen der Idee des migrantischen Abenteuers von geflüchte- ten Afrikaner_innen und den Subjekten, die im Feld des Wartens geformt werden. Den zweiten Tag der Veranstaltung mit dem Panel „Kategoriale Grenzen und transversale Bewegungen“ eröffnet Miriam Gutekunst (München) mit einem Vortrag zum Regieren der Migration durch Heirat. Sie beschreibt die intersektional diskriminierenden Differenzkatego- rien, die in diesem Grenzregime gebildet werden und die Art und Weise, wie diese von unter- schiedlichen Akteur_innen, beispielsweise Beamt_innen in Ämtern, verhandelt und genutzt werden. Marika Pierdicca (Berlin) beschäftigt sich mit der Strategie des “Wegmobilisierens” im
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Mobile Culture Studies The Journal, Band 2/2016
Titel
Mobile Culture Studies
Untertitel
The Journal
Band
2/2016
Herausgeber
Karl Franzens University Graz
Ort
Graz
Datum
2016
Sprache
deutsch, englisch
Lizenz
CC BY 4.0
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
168
Kategorien
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