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Mobile Culture Studies The Journal
>mcs_lab> - Mobile Culture Studies, Band 2/2020
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Mobile Culture Studies. The Journal 6 2o20 (Travel) Holger Helm | Essay: „Es ist ein Aberglaube geworden, dass man vom Zugfenster aus nichts sieht.“ 257 Exkurs — Strindbergs „ögonblicksfotografi fran Kupéfönstret“ (1914: 158) Für aus der Zugfensterperspektive zu sammelnde Befunde nimmt sich Strindberg auch Augen- blicksfotografien vor. Am besten geeignet scheint ihm dazu ein „fotografisks blixtapparat“ (1914: 101), der vom Zugfenster aus „Typen von Landschaften […] aufnehmen sollte“ (1920: 101). Emil Schering übersetzt das Gerät mit „photographischer Momentapparat“ (1920: 161). Nach Stein- feld (2009: 257) besorgt sich Strindberg für möglichst schnell aufeinanderfolgende Bildserien in Paris extra eine sogenannte Revolverkamera. Abb. 10–12 zeigen eine solche samt Magazin mit Platz für vier kurz hintereinander belichtbare kleine runde Fotoplatten in der Außen- und Innenansicht sowie deren Handhabung. Die Fotografien der Strindberg-Reise sind leider nicht mehr erhalten (Steinfeld 2009: 259). Jedoch findet sich in Unter französischen Bauern die folgende Beschreibung einer Aufnahme: In der Nähe von Langeais wurde bei voller Fahrt eine Momentaufnahme vom Coupéfenster aus aufgenommen. Für Ama- teure will ich mitteilen, daß die Bauernhäuser, die visiert wurden, deutlich herauskamen, aber der Vordergrund aus Gartenland trat nicht hervor. Dagegen wurden alle Telegraphendrähte mitge- nommen, welche die Luft quer über die Platte stricheln […]. (1920: 164) Sowohl Anna Westerståhl Stenport (2010) als auch Clément Chéroux (1996) ordnen dieses frühe Experimentieren Strindbergs als bedeutsamen Baustein in den Kontext der Fotografie- geschichte ein. Das Fotografieren aus der Zugfensterposition hat sich seitdem zu einem breiten eigenständigen Feld privater, künstlerischer und unternehmerischer Betätigung entwickelt. Bei- spiele hierfür sind die in der Zeitschrift mobil der Deutschen Bahn monatlich abgedruckten Schnappschüsse von Reisenden oder der opulente Band des Fotografen Anton Lange Rußland aus dem Zugfenster (Lange 2011), den er im Auftrag der Russischen Bahn anfertigte. Abb. 10–12: Thompsons Revolverkamera, gefertigt in Frankreich, 1862 (links & mittig); zeitgenössische Zeichnung zur Handhabung einer Revolverkamera (rechts) links & mittig: <https://collection.sciencemuseumgroup.org.uk/objects/co205190/thompsons-revolver-camera-camera> [accessed: 23.03.2021] rechts: <https://classicameras.wordpress.com/cameras-peculiares/> [accessed: 23.03.2021]
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>mcs_lab> Mobile Culture Studies, Band 2/2020
The Journal
Titel
>mcs_lab>
Untertitel
Mobile Culture Studies
Band
2/2020
Herausgeber
Karl Franzens University Graz
Ort
Graz
Datum
2020
Sprache
deutsch, englisch
Lizenz
CC BY 4.0
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
270
Kategorien
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