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Mobile Culture Studies The Journal
>mcs_lab> - Mobile Culture Studies, Band 2/2020
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258 Mobile Culture Studies. The Journal 6 2o20 (Travel) Holger Helm | Essay: „Es ist ein Aberglaube geworden, dass man vom Zugfenster aus nichts sieht.“ Zum Schluss FĂŒr Anna WesterstĂ„hl Stenport scheint Unter französischen Bauern im Deutschen mehr kri- tische Aufmerksamkeit gefunden zu haben als im Schwedischen. („It appears to have garnered more critical traction in German than in Swedish. Wolfgang Schivelbusch, for example, intro- duces his chapter ‘Panoramic Travel’ in the German version of The Railway Journey with a quote from Among French Peasants” WesterstĂ„hl Stenport 2010: 57). Sie bezieht sich dabei auf Wolfgang Schivelbusch, der in seinem Werk Geschichte der Eisen- bahnreise (1977), Kapitel 4, „Das panoramatische Reisen“, mit dem, oben bereits genannten, Statement von Strindberg einleitet: „Es ist ein Aberglaube geworden, dass man vom Zugfenster aus nichts sieht. Wahr ist, dass ein uninteressiertes Auge nur eine Hecke und eine Reihe Tele- graphenpfĂ€hle erblickt. Nachdem ich mich aber drei Jahre geĂŒbt habe, habe ich vom Kupee- fenster aus Landschaften, Flora, BauernhĂ€user, Werkzeuge in Deutschland, Frankreich, Italien, Schweiz, Tirol, DĂ€nemark und Schweden referiert und gezeichnet [
]“ (1920: 102). Was WesterstĂ„hl Stenport offensichtlich ĂŒbersieht: Schivelbusch hat es beim Vorschalten des Strindberg-Zitates belassen und keinen Bezug zu  seiner  Wortschöpfung des ‘panorama- tischen Reisens’ hergestellt. Der enorme Fundus an Zugfensterblicken in Unter französischen Bauern bleibt so noch ungenutzt. Denn in Strindbergs Reportage finden sich eine Menge von Anhaltspunkten fĂŒr die spezielle Art und Weise der Landschaftswahrnehmung per Zugfenster- blick. Vor diesem Hintergrund wĂ€re auch eine kritische Auseinandersetzung mit Schivelbuschs zentraler Kategorie des panoramatischen Reisens (vgl. auch Kaiser, 2008 und Weber, 2019) möglich, auf  die hier aber aus PlatzgrĂŒnden verzichtet werden muss. Aber immerhin: Als eines der zentralen Momente dafĂŒr wĂ€ren die Zugfensterblicke August Strindbergs hiermit schon einmal kompakt bereitgestellt. Danksagung Der Verfasser dankt Manfred Buchroithner (Graz) fĂŒr die Übertragungen der Strindbergschen Zugfensterblicke und des Abstracts ins Englische sowie Jean-Louis Tissier (Paris) fĂŒr die Bereit- stellung der Textpassagen aus Parmi les paysans français. Literaturverzeichnis Brandell, Gunnar. 1949. PĂ„ Strindbergs vĂ€gar genom Frankrike. (Stockholm: Wahlström & Widstrand) ChĂ©roux, ClĂ©ment. 1996. ‚Vues du train. Vision et mobilitĂ© au XIX° siĂšcle‘, Etudes photogra- phiques, (1), 73–88 Clausen, Jens. 2007. Das Selbst und die Fremde. Über psychische Grenzerfahrungen auf Reisen (Bonn: Psychiatrie-Verlag) Ekholm, Per Erik. 1985. ‚Kommentarer‘, in: August Strindberg, Bland franska bönder: Sub- jektiva reseskildringar, Vol. 23 of August Strindbergs Samlade Verk (Stockholm: Almqvist & Wicksell förlag), 85–260 Ek-Nilson, Katarina. 2007. ‚Bland franska bönder och svenska Folket. NĂ„gra etnologiska refle- xioner över August Strindberg som kulturhistoriker‘, Strindbergiana, 22, 151–165
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>mcs_lab> Mobile Culture Studies, Band 2/2020
The Journal
Titel
>mcs_lab>
Untertitel
Mobile Culture Studies
Band
2/2020
Herausgeber
Karl Franzens University Graz
Ort
Graz
Datum
2020
Sprache
deutsch, englisch
Lizenz
CC BY 4.0
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
270
Kategorien
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