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Mobile Culture Studies The Journal
Mobile Culture Studies - The Journal, Band 3/2017
Seite - 193 -
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Rezension Weert Canzler, Automobil und moderne Gesellschaft. Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Mobilitätsforschung (Münster: LIT Verlag, 2016). Jan Lange Mobile Culture Studies. The Journal 3 2017 193-198 Editor reviewed Open Access: content is licensed under CC BY 3.0 Das Auto ist das bis heute unangefochten dominante Verkehrsmittel auf den Straßen der fort- geschrittenen Industriegesellschaften. Ein Blick auf die funktional entflochtenen Siedlungs- körper und die sie verbindenden Straßennetze genügt um aufzuzeigen, wie tiefgreifend der Automobilismus die räumliche Organisation der Gesellschaft seit Beginn des 20. Jahrhunderts mitgestaltet hat. Dem Auto wurde in diesem Prozess nicht zuletzt die Rolle eines wichtigen Demokratisierungselements zugeschrieben, das die kapitalistische Dynamik von Massenpro- duktion und -konsum forcieren würde und daher eine zentrale Rolle im Modernisierungspro- zess spielen sollte. Dass sich dieses Bild in den letzten Jahren stark gewandelt hat, wird etwa am Beispiel der jüngeren Verkehrskonzepte verschiedener Städte deutlich. Die Straße wird in diesen nicht länger als exklusiver Ort des Autos ausgelegt, sondern es werden Alternativen zum Pkw bis hin zu sogenannten „Begegnungszonen“ (gleiche Rechte für alle Mobilitätsformen) anvisiert (vgl. Manderscheid 2014). Mit diesen Verschiebungen ist wiederholt die Hoffnung artikuliert worden, in unbestimm- ter Zukunft einen Verkehr ohne Automobile realisieren zu können. Dagegen spricht, dass alle politischen Maßnahmen wie die Nachbesserung im öffentlichen Nahverkehr, Schadstoffpla- ketten, Umweltzonen, Reduktion und Konzentration von Parkflächen in den Städten, Pkw- und Lkw-Maut usw. bislang nicht zur Demontage des Automobilismus geführt haben. Dieser Umstand wirft eine Reihe an Fragen auf, die Weert Canzler in seinem Buch „Auto- mobil und moderne Gesellschaft“ in zwei große Blöcke unterteilt: Wie ist es zu verstehen, dass das Automobil eine scheinbar durch keine Krise aufzulösende Symbiose mit der moder- nen Gesellschaft eingegangen ist? Und wie könnten Antriebstechnik und Nutzungsformen des Automobils vor dem Hintergrund ökologischer und ökonomischer Veränderungen künftig aus- sehen? Der Mehrwert von Canzlers Arbeit ist insbesondere darin zu sehen, dass er die Antwor- ten auf die gestellten Fragen jenseits der üblichen Absatzmarktorientierung in dem Verhältnis von Strategien der Autoindustrie und den Verhaltensweisen und Deutungen von Fahrzeugnut- zer_innen sucht. Grundannahme ist dabei, dass die Bedeutung des Autos über die reine Nütz- lichkeit als technisches Artefakt oder symbolisch aufgeladenes Konsumobjekt hinaus geht und in seiner sozialen Position liegt. Es ist aus der von Canzler angelegten und sich insbesondere aus
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Mobile Culture Studies The Journal, Band 3/2017
Titel
Mobile Culture Studies
Untertitel
The Journal
Band
3/2017
Herausgeber
Karl Franzens University Graz
Ort
Graz
Datum
2017
Sprache
deutsch, englisch
Lizenz
CC BY 4.0
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
198
Kategorien
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