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Mobile Culture Studies The Journal
Mobile Culture Studies - The Journal, Band 4/2018
Seite - 139 -
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Mobile Culture Studies. The Journal 4 2o18 Stefanie Bürkle | Identität durch Architektur 139 In zehn Interviews mit türkischen Rentnerinnen und Rentnern konnte Helen Krumme wiederkehrende Muster von Remi- gration erkennen, die sich in starkem Maße am Wohneigentum in der Türkei orientiert, vor allem einen Heimatbegriff, der über die Verortung der Investition erfolgt: »Heimat ist für ihn dort, wo er investiert hat.« (Krumme 2004, 144) Ayşe Şimşek Çağlar konstatiert in ihrer Studie A Table in Two Hands (Çağlar 2002), dass von den zwanzig in Berlin leb- enden befragten türkischen Familien alle Wohnungen in der Türkei besaßen und dreizehn davon sogar Häuser in ihren Hei- matdörfern oder Ferienorten in der Türkei. Das heißt, dass der Anteil der türkischen Migranten mit Wohneigentum in der Türkei groß sein muss. Es liegen dazu jedoch keine gesicherten Zahlen vor. Es kann davon aus- gegangen werden, dass nur ein sehr geringer Anteil der türkischen Remigranten in eine Mietwohnung in der Türkei ziehen würde. Die große Mehrheit besitzt Wohneigentum. Dies belegen die Auswertungen statistischer Quellen der Türkei (Sirkeci und Zeyneloğlu 2014). In Deutschland konnten wir, wie beschrieben, nur ungenaue Informationen erhalten, sodass die Feldforschung vor Ort die einzige Alternative darstellte. 2012 bis 2015 wurden insgesamt acht Forschungsreisen in die Türkei durchgeführt. Die Aus- wahl der Regionen ist auf Grundlage von Informationen durch Hinweise von Gesprächspart- nern in der ersten Zufallsbefragung erfolgt. Durch Quervergleiche und Recherchen von Deutschland aus konnte davon ausgegangen werden, dass in den ausgesuchten Regionen eine hohe Dichte an Remigrant_innen zu erwarten war. Mit den Remigranten wurden in ihren Räumen leitfadengeführte Interviews durchgeführt. Dazu wurden in verschiedenen Regionen der Türkei türkische Haus- und Wohnungsbesitzer interviewt, die in Deutschland gelebt haben, und deren Umfeld bezüglich der räumlichen Organisation und symbolischen Repräsentation analysiert. Das Haus als Forschungsgegen- stand und Demonstrationsobjekt mit Repräsentationsfunktion für die Interviewpartner und als ihr vertrautes Wohnumfeld ließ es zu, raumkontextbezogene Daten im Innenraum wie die alltäglichen Aufenthaltsfrequenzen, den Umgang mit Objekten im Haus oder personelle Raumbezüge zu erheben. Der Raumbezug war die Grundlage dafür, ein maximales Ergebnis in der Tiefendimension zu erzielen, weil die Interviewer in der Rolle des Besuchers erschienen (Heinze 2001, 156f.; Flick 2010, 149). Abb. 5 & 6: Zeichnung der erinnerten Wohn- situation in Deutschland ©Stefanie Bürkle/VG Bild-Kunst Bonn 2013
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Mobile Culture Studies The Journal, Band 4/2018
Titel
Mobile Culture Studies
Untertitel
The Journal
Band
4/2018
Herausgeber
Karl Franzens University Graz
Ort
Graz
Datum
2018
Sprache
deutsch, englisch
Lizenz
CC BY 4.0
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
182
Kategorien
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