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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655
ChristusalsdaswahreIch in jedemMenschen:dieserGedankekommtdann
wieder in jenemText zumTragen, der in der Einleitung genannt wurde, der
AuferstehungRoms.Es geht darum, diesenBlickdesGlaubens auf jedenMen-
schenhinauszuweiten.AuchwoGott abwesendzusein scheint, inSünde,Leid
und allermöglichenNegativität dermenschlichen Existenz, ist daswahre Ich
doch daundwartet darauf, aufzublühen. Christus inmir kann sich selber im
Anderenwiedererkennen:
„Ich finde in den Anderen dasselbe Licht wieder, das auch inmir leuchtet, dieselbe
göttlicheWirklichkeit,meinwahres Ich indenAnderen (selbstwennesverschüttet ist
oderausSchamverborgenwird).Undwennichmichselbstwiedergefundenhabe,vereine
ichmichmitmir undkomme–Liebe ist Leben– imMitmenschen zurAuferstehung.
Doches ist Jesus imAnderen,derzurAuferstehungkommt,einandererChristus, ein
andererGott-Mensch,ManifestationderGütedesVatersaufErden,BlickGottesaufdie
Menschheit. Soweite ichdenChristus inmiraufdenMitmenschenhinausundbilde
eine lebendige und vollständige Zelle desMystischen Leibes Christi, eine lebendige
Zelle, einenFeuerherdGottes; Feuer, dazubestimmt, sich auszubreitenundLicht zu
geben.“39
Das Sich-Wiedererkennen imAnderen (als der gleichenWurzel entstammend,
sichdemgleichenChristusverdankend)beibleibenderUnterschiedenheit istdie
Möglichkeit, christlicheGemeinschaftmitten inderWeltentstehenundwachsen
zulassen.DiehierverwendeteRedevoneinervollständigenZelledesMystischen
LeibesChristi ist somitAusdruck für einweitesVerständnis vonKirche: sie ist
(auch40)mitten imAlltagzufinden.DasEngagement inderWelt istkeinZweites
nebeneinemanderswoverortetenErsten.EsistGottesdienst,esist„eindringenin
diehöchsteKontemplationundmitallenMenschenverbundenbleiben,Mensch
unter Menschen“, wie es im Text des Eingangsteils ausgedrückt wurde. Nicht
zufällig istdasallerletzteWortdesganzenTextkorpusParadies ’49:Mensch.41
5. AbschließendeBemerkungen
ImDurchgangdurchdieTexte desParadies ’49 imHinblick auf unsereFrage-
stellung ist deutlich geworden, dass dieChristologie (imSinne all dessen,was
mitJesusdemVerlassenengemeint ist)derSchlüsselzumVerständnisderWelt,
39 P49Abs.719f.
40 DasinKlammernhinzugefügte„auch“drücktaus,dassfürChiaraLubichdieinstitutionelle
DimensionderKirchemitihrenÄmternundSakramenten,besondersderEucharistie,damit
nichtunwichtigwird.DasGegenüber voncharismatischer (auch:marianischer)und insti-
tutioneller Dimension der Kirche in Leben und Denken Lubichs, und besonders in den
TextendesParadies ’49,würdeeinegesonderte, lohnendeUntersuchungerfordern.
41 P49Abs.1724.
StefanTobler136
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
- Titel
- Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
- Untertitel
- Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
- Autoren
- Irene Klissenbauer
- Franz Gassner
- Petra Steinmair-Pösel
- Herausgeber
- Peter G. Kirchschläger
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Ort
- Wien
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1165-5
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 722
- Kategorie
- Recht und Politik