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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655
Menschen stark: „ObwohlauchderMenschEntwicklungsprozessevoraussetzt,
schließteretwasNeuesein,dasvonderEntwicklungandereroffenerSystemeher
nicht gänzlich erklärbar ist. Jeder von uns besitzt in sich eine persönliche
Identität,die fähig ist,mitdenanderenundmitGottselbst inDialogzutreten.“
(LS81)
VondiesemDialog, der auf verschiedenenEbenen, zwischenunterschiedli-
chen Partnern und inmannigfachen Kontexten zu führen ist, erwartet Fran-
ziskus sich ganzheitlichere Antworten auf ökologische Herausforderungen:
Zum Beispiel im Sinne einer Vermittlung zwischen fortschrittsoptimis-
tisch-technokratischenundpessimistisch-misanthropischenExtrempositionen
(LS 60). Oder auch im Sinne der Ermöglichung von Partizipation lokaler Be-
völkerungundörtlicherKulturenbeiderLösungökologischerFragen, „indem
mandiewissenschaftlich-technische Sprache in einenDialogmit der Sprache
desVolkesbringt“ (LS143).
Und schließlich steht das gesamte 5.Kapitel der Enzyklika imZeichen des
Dialogs. Darin ruft Franziskus (1.) zu einemUmweltdialog in der internatio-
nalen Politik auf, welcher zu „Lösungen von einer globalen Perspektive aus“
kommt,dienichtnur„derVerteidigungder InteresseneinigerLänderdienen“
(LS164).Auch fordert er (2.) einenDialog imHinblickaufneuenationaleund
lokalepolitischeKonzepte,daangesichtskurzsichtigerpolitischerMachtkalküle
oft vergessenwerde, dass „die Zeit mehr wert ist als der Raum“ und sich in
diesem Sinn politische Größe gerade dann zeige, „wennman in schwierigen
MomentennachbedeutendenGrundsätzenhandelt unddabei andas langfris-
tigeGemeinwohl denkt“ (LS 178). Zudemverlangt Franziskus (3.)Dialog und
Transparenz inEntscheidungsprozessen,wobei er „transparentepolitischePro-
zesse, die dem Dialog unterworfen sind“ als Gegenpol zu jener Korruption
versteht, „welche die wirkliche Umweltbelastung eines Projekts um gewisser
Vergünstigungenwillen verheimlicht“ (LS 182). Darüber hinaus spricht Fran-
ziskus vonder dringendenNotwendigkeit, dass (4.)Politik undWirtschaft im
Dialog fürdie vollemenschlicheEntfaltung stehen,wobei sichdiePolitiknicht
derWirtschaftunddiese „sichnichtdemDiktatunddemeffizienzorientierten
ParadigmaderTechnokratieunterwerfen“ (LS189)dürfe. IndiesemSinnstellt
derPapst fest:„WirbraucheneinePolitik,derenDenkeneinenweitenHorizont
umfasstunddieeinemneuen,ganzheitlichenAnsatzzumDurchbruchverhilft,
indemsiedieverschiedenenAspektederKriseineineninterdisziplinärenDialog
aufnimmt.“ (LS 197) Für wie unerlässlich im Blick auf die Realisierung des
globalenGemeinwohlsPapstFranziskusschließlichdenDialogvonReligionund
Wissenschaft mit ihren unterschiedlichen Zugängen zur Realität (vgl. LS 62)
erachtet, macht (5.) der letzte Abschnitt des 5.Kapitels deutlich, wo er den
interreligiösen Dialog, den Dialog unter denWissenschaften und den Dialog
zwischendenverschiedenenÖkologiebewegungen fordert, denn:
PetraSteinmair-Pösel144
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
- Titel
- Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
- Untertitel
- Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
- Autoren
- Irene Klissenbauer
- Franz Gassner
- Petra Steinmair-Pösel
- Herausgeber
- Peter G. Kirchschläger
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Ort
- Wien
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1165-5
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 722
- Kategorie
- Recht und Politik