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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655
„Die Schwere der ökologischenKrise verlangt vonuns allen, an dasGemeinwohl zu
denken und auf einem Weg des Dialogs voranzugehen, der Geduld, Askese und
Großherzigkeit erfordert, immer eingedenkdesGrundsatzes: ,DieWirklichkeit steht
überder Idee.‘“ (LS201)
2.3. Evangelii gaudium16
AlsDokumentdesDialogs schlechthinkanndasApostolischeSchreibenEvan-
gelii gaudiumüber„dieVerkündigungdesEvangeliums inderWeltvonheute“
bezeichnet werden. Dialog meint darin „weit mehr als die Mitteilung einer
Wahrheit“, nämlich„einGut,dasnicht inDingenbesteht, sondern indenPer-
sonen selbst, die sich imDialog einander schenken“ (EG142).Dabeiwirdder
Dialogfähigkeit derKirchead intraundad extra fundamentaleBedeutung für
dieWeitergabedesEvangeliumszugemessenundmangelnderRaumfürDialog
(z.B. inderFamilie, EG70) als einGrund fürdenTraditionsabbruchbenannt.
Von den Bischöfenwird erwartet, dass sieMitspracheregelungen und andere
FormendespastoralenDialogssuchenundfördern,getragenvondem„Traum,
alle zuerreichen“ (EG31).PriesterundPredigerInnenwerdenzu„herzliche[r]
Nähe“ (EG140) ermutigt, um jenenDialog aufzunehmen, „der zwischen dem
HerrnundseinemVolkbereitseröffnetwurde“undsensibeldafürzusein, „wo
dieser ursprünglich liebevolle Dialog erstickt worden ist oder keine Frucht
bringen konnte“ (EG 137). Theologinnen und Theologen mahnt Franziskus,
„sich nicht mit einer Schreibtisch-Theologie zufrieden [zu] geben“, sondern
„mit anderenWissenschaften undmenschlichen Erfahrungen imDialog“ zu
stehenundinihrertheologischenForschung„denDialogmitderWeltderKultur
undderWissenschaft“ zu fördern (EG133).
Sozialethisch zentral sind aber vor allem jene Abschnitte, in denen Papst
Franziskus „zwei große Fragen“ benennt, „die in diesemAugenblick der Ge-
schichte grundlegend erscheinen. […]Es handelt sich an erster Stelle umdie
gesellschaftlicheEingliederungderArmenundaußerdemumdenFriedenund
den sozialenDialog.“ (EG 185) Angesichts der Trennungen und gewaltsamen
Verwerfungen(geradeauchindenStädten)siehtderPapstdieKirche„berufen,
sich in denDienst eines schwierigenDialogs zu stellen“, damit die Kluft zwi-
schen Bürgern und „Nicht-Bürgern“ schwindet und die Forderungen nach
„Freiheit, Beteiligung undGerechtigkeit“ für alle „auf ein angemessenes Ver-
ständnisstoßen“(EG74).Damitdiesgelingenkann,brauchtesnachFranziskus
16 Franziskus,EvangeliiGaudium(EG),vgl.http://w2.vatican.va/content/francesco/de/apost_
exhortations/documents/papa-francesco_esortazione-ap_20131124_evangelii-gaudium.html
(letzterZugriff: 30.07.2019).
PapstFranziskusundderDialogalsWegChristlicherSozialethik 145
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
- Titel
- Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
- Untertitel
- Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
- Autoren
- Irene Klissenbauer
- Franz Gassner
- Petra Steinmair-Pösel
- Herausgeber
- Peter G. Kirchschläger
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Ort
- Wien
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1165-5
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 722
- Kategorie
- Recht und Politik