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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655 ihrer Mitglieder „eine individualisierte Struktur des Begehrens“21 entwickelt hätte.22ErbringteinVerständnisvonDemokratie insSpiel,dasaufdemPrinzip beruht, einenRahmen für „Zustimmung“und„Nichtzustimmung“sozu insti- tutionalisieren, dass die Interessen beider Seiten gewahrt bleiben. Anders ge- sagt: einer parlamentarischen Demokratie mit Gewaltentrennung und einer nicht unterdrückten Opposition. Im Endeffekt stehen sich zwei Modelle des Interessensausgleichsgegenüber:EzesAnsatzbeider Institutionalisierungder „Nichtzustimmung“,diemittelsgewählterRepräsentantenRaumimKräftespiel ebensohat,wiediejeweiligeRegierungundihrProgramm,undWiredusModell, dasvorsieht, so langezuverhandeln,bis alle zugestimmthaben. 2. SakraleHerrschaft DieserDiskurswirft weitere Fragen auf. Zunächst: Ist das vonWiredudarge- stellte politische Systemder Ashanti das genuin „afrikanische“ Systempoliti- scher Legitimation?Matthew Bradley zufolge hat es im präkolonialen Afrika sowohl indezentralisiertenals auch inzentralisiertenGesellschaften23vonsog. „westlichen“DemokratienunterschiedenedemokratischeSystemegegeben.24Er nennt3Arten,dieauch inderzeitgenössischenpolitischenLandschaftAfrikas nochzu findenwären:25a) „Communalism“,mitderdezentralisierten traditio- nellenGesellschaftsordnungder IgboalsBeispiel;26b)„Nonpartyism“,wofürer Uganda in den 1990er Jahren als Beispiel nennt; dieses Systemberuht aufDi- rektwahlen, lokale „Komites“werdendirektgewähltundwählendienächsthö- heren InstanzenpolitischerRepräsentationusw.;27 c) „Chieftancy“, heutenoch im südlichen Afrika verbreitet, charakterisiert durch die Partizipation von Clanoberhäuptern,die eineähnlichepolitischeFunktionerfüllenwie in„west- lichen“Demokratien Protagonisten zivilgesellschaftlicher Institutionen. Brad- 21 Ebd.,HervorhebungenEze(„individuated structureofdesire“ imenglischenOriginal). 22 Das weist darauf hin, dass die Rede von „traditionellen Gesellschaften“ auf soziale Ord- nungen rekurriert, in denen das Individuumzuerst durch seinenOrt im sozialenGefüge definiert ist undwenigRaumfürweiteres individuellesBegehrenbleibt. Eze zeigt, dass im postkolonialenAfrika ein solchesModell kaumzur Lösung der Probleme in globale öko- nomischeBeziehungeneingebundenermultiethnischerStaatendienenkann. 23 Dalt.WireduzentralisierteSystemedasKonsensprinzipsorgfältigkultivierthätten(Wiredu, Demokratie, S. 173),konzentriere ichmichhierauf solche. 24 MattewToddBradley, „TheOther“.PrecursoryAfricanConceptionsofDemocracy, in: In- ternationalStudiesReview7/2005,S. 407–431. 25 Ebd., S. 410–413. 26 „[…]where village elders present issues directly to village citizenswith everyone having input into thediscussionsandultimatedecision“ (Ebd., S. 410). 27 Was lt.Bradleyzu„fluidity, stability, andtransparency intheprocess“ führe (Ebd., S. 411). DemokratieundsakralesKönigtum 243 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Titel
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Untertitel
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Autoren
Irene Klissenbauer
Franz Gassner
Petra Steinmair-Pösel
Herausgeber
Peter G. Kirchschläger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1165-5
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
722
Kategorie
Recht und Politik
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