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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655 rechtsnormengibtsicherlichkeinenZugewinnanPräzision,sonderndürftedie bishererreichtenStandardseher vernebeln.13 ObwohlesmithinguteGründefürdieSkepsisgegenüberdemResolutionstext gibt,birgtseineAblehnungjedochebenfallsRisiken.DenndurcheinNeinzuden „traditional values“könnte sichderEindruckverfestigen, dieMenschenrechte seien ein traditionsloses, ja traditionszerstörendes „Konstrukt“ westlich-libe- raler Eliten, die sichdemherkömmlichenEthosderBevölkerungenvöllig ent- fremdet hätten. Damit aber würde ein Grundmotiv konservativerMenschen- rechtskritikeinmalmehrrevitalisiert,dasdieEntwicklungderMenschenrechte vonAnfang anbegleitet hat –paradigmatisch bereits in EdmundBurkes 1790 veröffentlichter Streitschrift gegen die Französische Revolution.14 Burke kon- trastiert in seinemEssaydieMenschenrechtserklärungderRevolutionmitden gewachsenen, von Generation zu Generation weitergegebenen Rechten der Engländer. Während letztere aufgrund ihrer Rückbindung an eine konkrete Tradition verlässlich seien, wohne den revolutionärenMenschenrechten auf- grundihrerAbstraktheitdasPotenzial zurSelbstzerstörung inne;dennes fehle ihnen die stabilisierende und moderierende Kraft gewachsener Traditionen. Dieses polemische Leitmotivwurdewenig später von Joseph deMaistre, dem führenden Intellektuellen der Gegenrevolution aufgegriffen und hat sich in vielenVariantenbis indieGegenwarterhalten.Esverbindetsichhäufigmitder Ablehnung angeblich einseitig „westlicher“ normativerVorstellungen.15Dieje- nigenStaaten,diederResolutiondesMenschenrechtsratszu„traditionalvalues“ ausnachvollziehbarenGründendieZustimmungverweigern, leitenwomöglich Wasser auf dieMühlen solcher Kritik. Ungewollt bedienen sie damit das Kli- schee, dieMenschenrechte seien traditionsfremdunddemechtenLebenvöllig enthoben–mit anderenWorten: dasProdukt intellektueller Schreibtischtäter, die typischerweise indenHauptstädtendesWestensresidieren.Dieswiederum spielt der antiliberalen Propaganda autoritärer Regime in die Hände, die die Menschenrechte gern als volksfremdes Oktroi, als Manifestationmoralischer Dekadenz und als illegitime Intervention des (westlichen) Auslands stigmati- sieren. 13 HinzukommtdieSorge,deralsundefiniertesBlankettverwendeteBegriffder„traditionellen Werte“ könne längerfristig zum Trägerbegriff für ein Rollback vor allem in Fragen der Gender-Gerechtigkeitwerden. Zwar enthält derText selbst dazukeineunmittelbarenHin- weise,derweitereKontextderDebatte gibtdiesemVerdacht allerdingsdurchausNahrung. 14 Vgl.EdmundBurke,BetrachtungenüberdieFranzösischeRevolution,übersetztvonFriedrich Gentz,Züricho.J., S. 195. 15 Vgl. Adamantia Pollis / Peter Schwab, Human Rights: AWestern Concept with Limited Applicability, in: Human Rights: Cultural and Ideological Perspectives, New York 1979, S. 1–18. HeinerBielefeldt270 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Titel
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Untertitel
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Autoren
Irene Klissenbauer
Franz Gassner
Petra Steinmair-Pösel
Herausgeber
Peter G. Kirchschläger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1165-5
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
722
Kategorie
Recht und Politik
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