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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655 RückblickallzuwenigGewichtbeizumessen.DieganzeGeschichtewäreanders verlaufen, wenn sichmehr Stimmen bereitgefunden hätten, die Rektoratsent- scheidung zu diskutieren und freimütig zu problematisieren. Aber weder die Fakultätsleitung noch das Kollegiumder Professorinnen und Professoren der katholischenTheologiehabensichdazudurchringenkönnen,einegemeinsame Stellungnahme andasRektorat abzugeben.13Die einen fanden es peinlich, im Kontext einer säkularenUniversität aufdenErhalt religiöserSymbole zudrän- gen; andere verwiesen auf die subversive Logik des Kreuzes, das jede Identi- tätssymbolik sprengt, und empfahlen im Sinne der Kenosis eine Selbstrück- nahmedesZeichens;wieder anderemachtensichSorgen,dass eineProblema- tisierung der Rektoratsentscheidung eine kulturkämpferische Situation herbeiführen könne, die amEnde gegen die katholische Theologie überhaupt gewendet werden könnte; bei wieder anderenmag schließlich einQuäntchen Autoritäts- und Erlasshörigkeit gegenüber dem Rektorat eine Rolle gespielt haben, lieberzuschweigenstattdasoffeneWortzuergreifen.AuchderMagnus Cancellarius der Fakultät hat sich indieserAngelegenheit vornehmzurückge- halten, wohl, weil er die Autonomie derUniversität durch eine kirchliche In- terventionnichtantastenwollte. AlleinWolfgangThierse, SPD-PolitikerundehemaligerPräsidentdesParla- ments der BundesrepublikDeutschland, hat sich als Festredner beimDies Fa- cultatis im Oktober 2018 öffentlich und klar zu den Vorgängen geäußert. In seinemVortraghatThierse,derdieVerdrängungchristlicherSymboleausdem öffentlichenRaumausdenZeitenderDDRnoch in lebendigerErinnerunghat, zunächstherausgestellt,dassReligionTeilderModerneist.NichtdieReligionsei am Ende, sondern die klassischen Säkularisierungstheorien, welchemeinten, dasEndederReligionmit fortschreitenderModernisierungderGesellschaften prognostizieren zu können. Damit hänge eine signifikante Verschiebung von religiös homogenen zu religiös und weltanschaulich pluralen Gesellschaften zusammen– ein vielschichtiger Transformationsprozess, der in Europadurch dieMigrationsbewegungennochzugenommenhatundderauchdensäkularen StaatvorneueHerausforderungenstellt.Thiersewarbnundafür,imUnterschied zumfranzösischenModell der striktenTrennungvonPolitikundReligionden weltanschaulichneutralenStaat als religionsermöglichende,nicht aberals eine religionsneutralisierendeodergarreligionsnegierendeGrößezuverstehen.Auf derBasisdergrundgesetzlich festgeschriebenenReligionsfreiheit solltenJuden, MuslimeundChristen, aber auchAgnostiker undAtheisten aus ihren inneren 13 EinVorstoßdesKirchenhistorikers ao.Univ.-Prof.Dr.RupertKlieber, den einzigen feuer- polizeilich unbedenklichen alten Hörsaal direkt neben demDekanat samt Kreuz für die katholischeTheologiezuerhalten,wurde–auchwegenmangelnderUnterstützungdurchdas Leitungsteam–vomRektorat ebenfalls abgelehnt. Jan-HeinerTück438 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Titel
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Untertitel
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Autoren
Irene Klissenbauer
Franz Gassner
Petra Steinmair-Pösel
Herausgeber
Peter G. Kirchschläger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1165-5
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
722
Kategorie
Recht und Politik
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