Seite - 453 - in Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Bild der Seite - 453 -
Text der Seite - 453 -
© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655
Migration, Globalisierung und einemAuseinanderdriften von reich und arm
gekennzeichnet ist. Das Motiv der Schwelle verweist die Kirchen darauf, in
Umbruchszeiten die Identität nicht nur innen zu suchen, sondern auch im
„außen“.
3.2. DieReligionsfreiheit ist zuschützen
Zur Vision einer Grenzen überschreitenden Kirche gehört zentral die Religi-
onsfreiheit.Religionsfreiheit ist einhoherWert ineinerpluralenGesellschaft–
bei gleichzeitigem Selbstbewusstsein der jeweiligen Religionen. Eine zentrale
Entwicklung, angestoßenvomII.Vatikanum, ist dieAnerkennung vonReligi-
onsfreiheit wie auchdie FörderungderökumenischenBeziehungen.Auchdie
österreichische Bischofskonferenz betont, dass ein religiös-weltanschaulich
neutraler Staat nicht einemradikalenLaizismusverpflichtet seindürfe, der in
seinerstriktenAblehnungvonReligioneinenAbsolutheitsanspruchstellt.Denn
geradeweilReligionenwesentlichauchWerteundSinneinbringen,tragensiezu
jenen Voraussetzungen bei, von denen der demokratisch verfasste Staat lebt,
ohnesie selbst erzeugenodergarantierenzukönnen.
Deshalb betonen die Bischöfe zu Recht: „Dermoderne Staat ist daher, um
tatsächlich neutral und unparteiisch zu sein, bestens beraten, Religion nicht
gesellschaftlich zu marginalisieren, sondern ihr einen entsprechenden Platz
auchimöffentlichenRaumzusichern.“24ReligionstellteinenzentralenTeilder
Gesellschaft dar und darf sich nicht aus derÖffentlichkeit verbannen lassen.
DieseReligionsfreiheitgiltabernichtexklusivfürdiekatholischeKircheoderdie
Christen, sondern füralleBürgerinnenundBürger.
3.3. InterneHerausforderungen
Bei all den gesellschaftlichenHerausforderungen gibt es gleichzeitig kirchen-
internenReformstau.Die aktuellenStrukturreformenzeigen, dassdie katholi-
scheKirche immernochstarkpriesterzentriert ist.Zugleichgibtesderzeit eine
große Veränderung des Priesterbildes.25 Dieser ist in den neuen Strukturen
24 Wortlaut der Presseerklärungen der Herbstvollversammlung der Österreichischen Bi-
schofskonferenz, 09.–12.November 2009, Benediktinerabtei Michaelbeuern, vgl. https://
www.bischofskonferenz.at/2009/presseerklaerungen-der-herbstvollversammlung (letzter
Zugriff: 29.05.2019).
25 Vgl.dazu JohannPock,KönnenPriesternochSeelsorger sein?Überlegungenzudenaktu-
ellenVeränderungendesBerufsprofils, in:ErichGarhammer/HansHobelsberger/Martina
Blasberg-Kuhnke / JohannPock(Hg.), Seelsorge:dieKunstderKünste.ZurTheologieund
Thesen fürdieZukunft kirchlichenHandelns 453
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
- Titel
- Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
- Untertitel
- Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
- Autoren
- Irene Klissenbauer
- Franz Gassner
- Petra Steinmair-Pösel
- Herausgeber
- Peter G. Kirchschläger
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Ort
- Wien
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1165-5
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 722
- Kategorie
- Recht und Politik